Archiv 2017
100 Jahre Kärntner Volksabstimmung
© Volksabstimmung-1920
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Die öffentliche Diskussion über die (negative) Rolle der Tito-Partisanen wurde gestoppt. Ohne Wahrheit kann es aber keine Versöhnung geben. 7.12.2017 Partisanen - Emanuel Polanšek, Chefredakteur der Novice, stoppt die Diskussion über die strittige Rolle der Partisanen zwischen dem Priester Janko Krištof und dem Kärntner Partisanenver-band: Die verhärteten Fronten, die man nicht überhören kann, lassen leider keine Diskussionskultur erwarten. (…) Deshalb werden wir die Leserbriefe, solange darin nicht ein anderer Geist wehen wird, in der Zeitung nicht veröffentlichen. Wir stehen aber den Lesern auf unserer Homepage zur Verfügung. (…) Beschämt können wir feststellen, dass die deutsche und die slowenische Seite in Kärnten den Weg der Versöhnug beschreiten, wir Slowenen finden aber diese Versöhnung nicht“. Der Streit ist nach einer Partisanenfeier in Windisch-Bleiberg vom 28.10.2017 ausgebrochen. Dechant Janko Krištof meinte daher: „dass ein Forum nötig wäre, wo wir uns mit dieser Frage offen und kritisch beschäftigten und einen besseren gemeinsamen Weg suchten“. 1 Krištof versteht jene Slowenen in Kärnten nicht, die weiterhin die Phrasen wiederholen, die man viele Jahrzehnte bis zum Niedergang dieses engstirnigen Systems hörte. Es gebe genügend Informationen darüber, was in Slowenien im und nach dem Krieg passiert ist. Solche Infor-mationen, die der Sekretär des Partisanenverbandes, also Andrej Mohar, bei der Gedenk-veranstaltung in Windisch-Bleiberg am 28.10.2017 zum Ausdruck gebracht hat, seien daher nicht zu rechtfertigen: „Ich bin mir dessen be-wusst, dass wir Kärntner nur schwer verstehen können, was in Slowenien bereits in der Kriegszeit in vielen Orten passiert ist, da wir bei uns nazistische Henker hatten, die uns bedroht und verfolgt haben. In vielen Orten in Slowenien, vor allem unter der italienischen Okkupation, aber haben dies und noch Schlimmeres die Partisanen bzw. ihr Geheimdienst (VOS) im Namen der Revolution praktiziert“. 2 Leserbriefe zur Verteidigung von Pfarrer Janko Krištof:Prof. Mag. Lojze Dolinar: „ Dechant Janko Krištof ist damit, dass er die Wahrheit sagte, den Berufspartisanen und Liebhabern des antifaschistischen Wider-standes in Kärnten auf die Zehen getiegen, die gut bezahlt für noch besser bezahlte scheinbare Volksbefreiungswerte eintreten. 41. 000 € stehen ihnen allein aus dem Kämpfer-Budget der Republik Slowenien zur Verfügung. Diese Bezahlten verfälschen bewusst die Fakten und mildern damit den verbrecherischen Kommunismus, bei dem selbst Hitler lernte, wie man Konzentrationslager baut und führt“. 3 Hanzi Filipič: Der Sicherheitsdienst (VOS) der Partisanenführung begann schon im Jahre 1941, gezielt „Klassenfeinde“ zu ermorden (…), stellenweise wurden ganze Familien, ja, auch Kinder ermordet.(…) Von rund 20.000 Slowenen – Antikommunisten – die im Mai 1945 vor den kommunistischen Henkern nach Kärnten flüchteten, wurden rund 13.0000 von den Engländern an Jugoslawien „zurückgegeben“. Von diesen konnten nur rund 10% ihr Leben retten (vor allem Jugendliche), alle anderen wurden von den kommunistischen Partisanenliquidatoren im Gottscheer Wald ermordet“. 4 Toni Olip erinnert daran, dass über 200 slowenische Priester von den Kommunisten vertrieben, von Volksgerichten verurteilt und sogar ermordet worden sind. Worin besteht also ein Unterschied zwischen den Nazis und den Kommunisten, fragt Olip. 5 Karl Hren bemerkt dazu kritisch, dass er beim Lesen des Leserbriefes des Kärntner Partisanenver- bandes den Eindruck hatte, dass vor ihm versteinerte Politkommissare stünden, die darüber urteilten, was wahr oder falsch sei. 6 Am 23.12.2017 wurde mit einem Leserbrief von Matjaž Hofbeck ein frontaler Gegenangriff auf die katholische Kirche gestartet: „Die Römisch-katholische Kirche hat über Jahrzehnte 60.000 Kinder sexuell missbraucht. (…) Die Geschichte der Kirche ist eine einzige blutige Schlacht um die Macht und hat mit der Idee des Christentums nichts gemeinsam. (…) Den Höhepunkt des Kampfes gegen das eigene Volk erreichte die slowenische Kirche im Zweiten Weltkrieg. Es tut mir von Herzen weh, wenn ich sehe, auf welche Art versucht wird, dieses Verbrechen zu kaschieren. (…) Hitler hasste schließlich nicht nur die Kommunisten, er war auch ein verbis-sener Katholik und hat die Kirchensteuer in Deutschland eingeführt. (…) Dieses Kollaboranten-Gesindel wusste genau, warum sie (zu Kriegsende) das erwartet, wovor sie Angst hatten. (…) Herr Krištof, Sie sprechen ansonsten von der Versöhnung, aber Sie praktizieren sie nicht. Sie zeigen lediglich auf die Verbrechen der Anderen, die eigenen aber verheimlichen Sie. (…) Die Kollaboration mit dem Feind ist in allen zivilisierten Gesellschaften dieser Welt eines der größten Verbrechen. (…) Der Geburt nach bin ich ein Slowene und bin im Jahre 1988 nach Ferlach gezogen. In Laibach habe ich im Jahre 1975 das Studium der Anglistik und Slowenistik (Teilgebiet der Slawistik) abgeschlossen“. 7 Resümee: Die Kritik am Kärntner Partisanenverband wurde also von der slowenischen Wochenzeitung Novice nur kurz ermöglicht und am 23.12.2017 mit einem geharnischten Angriff auf die „Römisch-ka- tholische Kirche“ bis auf weiteres beendet. Auch in Slowenien haben es Kritiker der Partisanenbewe- gung nicht leicht. Alle vier bisherigen Staatspräsidenten kommen aus dem titokommunistischen Lager, bremsen die Offenlegung der historischen Wahrheit und bewerten das Thema der Partisanenopfer als zweitrangig. In Kärnten gelang es erstmals Janko Krištof unter Einsatz seiner Autorität als Pfarrer und Dechant, das titoistische Geschichtsverständnis des Partisanenverbandes - wenn auch nur für kurze Zeit - öffentlich zu kritisieren. Dem Kärntner Partisanenverband gehören einflussreiche Persönlichkeiten an, weshalb kritische Positionen betreffend die Tito-Partisanen öffentlich verdrängt werden können. Der kritisierte Sekretär des Partisanen-verbandes, Andrej Mohar, war bis 2014 einflussreicher ORF-Redakteur. Valentin Sima, ebenfalls Funktionär des Kärntner Partisanenverbandes, lehrt Geschichte an der Klagenfurter Univer- sität. Bürgermeister Franc-Jožef Smrtnik und weitere 21 einflussreiche Aus-schussmitglieder des Par- tisanenverbandes pflegen die Angriffe auf ihren Partisanenverband entsprechend zurückzuweisen. 8 Der Partisanenverband propagiert also erfolgreich seine antifaschistische Geschichte, doch die stali- nistische Rolle der Partisanen mit ihren Greueltaten im und nach dem Krieg bis in die jüngste Vergan- genheit werden ausgeblendet. Deshalb konnte der Kärntner Partisanenverband bei seinen Veranstal- tungen in der Vergangenheit sogar LH Peter Kaiser und Bischof Alois Schwarz begrüßen. Andrerseits handelt es sich bei den Kritikern des Partisanen oft um Traditionsträger der Slowenischen Domobranci, die im Zweiten Weltkrieg freiwillig oder gezwungen ein Naheverhältnis zu den national- sozialistischen Besatzern gepflegt haben. Die Spannungen wurden also lediglich von der Tagesord-nung genommen. Ansätze für eine Versöhnung sind nicht in Sicht. Eine Aufarbeitung der belastenden slowenischen Geschichte hätte auch einen positiven Einfluss auf das Zusammenleben in Kärnten und die Kooperation mit Slowenien. Auf unserer Homepage werden wir daher weiterhin diesbezüglich informieren und zur Wahrheitsfindung beitragen. Lesen Sie die Vorgeschichte
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1 Novice, 7.12.2017, S. 4 2 http://www.novice.at/forum/razdvojenost-in-krivda/, 9.12.2017 3 http://www.novice.at/forum/zveza-koroskih-partizanov-prijateljev-protifasisticnega-o..., 9.12.2017 4 http://www.novice.at/forum/odgovor-na-pismo-zkp/. 9.12.2017 5 http://www.novice.at/forum/zveza-koroskih-partizanov-negiranje-krivde/, 9.12.2017 6 Nedelja, 17.12.2017, S. 2 7 http://www.novice.at/forum/rimokatoliska-cerkev-slovenci/, 23.12.2017 8 http://ww.partizani.at/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog...Abruf: 28.2.2018

Volksgruppenkongress in Klagenfurt

17.11.2017, Klagenfurt – Es findet der 28. Europäische Volksgruppenkongress statt. Internationale Experten, darunter ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, referieren zum Thema „Volksgruppen im Zeitalter der Digitalisierung“. LH Peter Kaiser eröffnet den Kongress. Alexander Wrabetz verwies auch auf die Volksgruppen im ORF. „Für uns ist das, was wir für die Volksgruppen tun, ein wesentlicher Teil des Auftrages. Es ist auch ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal. Kein privater, kommerzieller Anbieter hat je weltweit eine Minute Volksgruppenprogramm produziert“, so Wrabetz. Rund sieben Millionen Euro fließen jährlich in die ORF- Volksgruppenangebote. Um die Minderheitenprogramme verstärkt digital anzubieten, müsse der Gesetzgeber aber auch die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, so Wrabetz.* *http://kaernten.orf.at, 17.11.2017
Slowenien: Subventionen bei Vernetzung mit dem Staat Slowenien 7.11.2017, Subventionen: Das slowenische Regierungsamt für die Slowenen im benachbarten Ausland und in der Welt veröffentlicht die Ausschreibung für die Gewährung von Subventionen für die autochthonen slowenischen Volksgruppen im Grenzausland. Die Anträge für das Jahr 2018 sind bis 1. 12.2017 einzureichen. Als Subventionsziel wird von Slowenien u.a. „die Vernetzung der Volksgruppe mit der Republik Slowenien“ angegeben. Als Bedingung der Subventionsbewährung wird vom Antragssteller verlangt, dass er „im Interesse der Angehörigen des slowenischen Volkes außerhalb Sloweniens“ wirkt und „positiv zur Vernetzung mit der mütterlichen Heimat, der Republik Slowenien, eingestellt ist.“* Für alle slowenischen Volksgruppen in den Nachbarländern stehen 6.100.000 € zur Verfügung.** Unter diesem Gesichtspunkt darf der folgende Beitrag keine Verwunderung auslösen: Zuwanderung aus dem „Mutterstaat“ Slowenien 8.11.2017, Zuwanderung: Günstige Grundstücke lockten neue Bürger an, berichtet der ORF, sloweni- sche Abteilung; damit wehrten sich die Gemeinden gegen die Abwanderung. In Bleiburg und Feistritz ob Bleiburg werde das Angebot insbesondere auch von Familien aus dem benach-barten Slowenien ange- nommen. Die Gemeinde Feistritz ob Bleiburg verkauft die Baugründe um 21 € pro qm. Der Großteil der neuen Gemeindebürger kam aus Slowenein. Marko Gradišnik müsste beispielsweis für sein Grundstück in Slowenien 45.000 € bezahlen, hier zahlte er 21.000. Ein ähnliches Projekt hat Bleiburg. Die Strategie mit günstigen Bau-gründen habe sich laut Bürgermeister Stefan Visotschnig als sehr gut erwiesen. Es gibt noch einige Baugründe, lädt der Bürgermeister mögliche künftige Gemeindebürger ein.*** Bleiburg wird wegen der Zuwanderung immer mehr zu einer slowenischsprachigen Stadt.**** Die Rede ist von einem „Klein-Laibach“ mitten in einem österreichischen Ort. Damit steigt auch die Zahl der Anmeldungen zum zweisprachigen Unterricht.)**** *Volksgruppen.orf.at/slovenci, 7.11.2017; www.uszs.gov.si, Abruf 7.11.2017 **Novice, 10.11.2017, S. 4 ***Volksgruppen.orf.at/slovenci, 8.11.2017 ****Reporter, 21.3.2017, S. 36,37 ****Novice, 30.6.2017, S. 10,11

Der Balkan rüstet auf

„Der Balkan rüstet auf! Ein neuer Krieg?“ So betitelte die rechtsgerichtete slowenische Wochen- zeitung Demokracija am 19.10.2017 einen Beitrag über die militärische Aufrüstung von Kroatien und Serbien. Kroatien kaufe bei ihren westlichen Verbündeten, den Mitgliedern der Nato, ein. Serbien kauft bei den Russen ein. Die Wochenzeitung verwies auf die Meinung von Analytikern, die im Hinblick darauf, dass Kroatien Mitglied der Nato ist und Serbien immer mehr unter den Schutz Russlands gerät, befürchten, dass dieser Bereich zu einem neuen Brennpunkt eines Kräftemessens zwischen den beiden Weltmächten werden könnte. „Das ehemalige Jugoslawien könnte das Schicksal der Ukraine erfahren.“* *Reporter, 19.10.2017, S. 45

Roma in Slowenien

16.10.2017, Slowenien: Protestdemonstration des Verbandes der Roma-Gemeinschaft in Laibach. Rund 100 Personen verlangen den Anschluss an das Trinkwassernetz und an die elektrische Energie, das Ende von gesonderten Roma-Kindergärten und die Einschreibung von Roma-Kindern in die öffentlichen Kindergärten.* Die Roma leben ohne Fließwasser, Strom und sanitäre Einrichtungen, berichtete die slow. Wochenzeitung Mladina.** *Volksgruppen.orf.at/slovenci, 17.10.2017 **Mladina, 20.10.2017, S. 42
Einheitsliste: Slowenisch für alle Kinder in Südkärnten 30.10.2017, Dialogforum: Der Landesparteiobmann der slowenischen Einheitsliste, Gabriel Hribar, stellt im Dialogforum den Antrag, die Kärntner Landesregierung möge geeignete pädagogische Kon- zepte in der vorschulischen Erziehung für die Absicherung der von den Kindern verwendeten sloweni- schen Umgangssprache vorlegen und als Aufsichtsbehörde die Umsetzung sicherstellen. Begründung: „Diese Forderung ist durch mehrfache negative Beispiele begründet. Auch die Kinder mit slowenischer Umgangssprache werden vermehrt sehr früh der Betreuung von öffentlichen Kindergärten anvertraut. Leider ist in der Folge zu beobachten, dass sich die Kinder, auch wenn sie am Anfang noch untereinander in Slo-wenisch verständigen, nach wenigen Monaten nur noch in deutscher Sprache verständigen. Die aktuellen Pädagogischen Konzepte sehen für derartige Sprachförderung offensicht- lich keine geeignete Vorgangsweise vor. Es wäre darüber hinaus für alle Kinder im Süd-kärntner Raum wünschenswert, das noch vorhandene Potenzial an Native-Speakern optimal als Chance für das Erlernen von Slowenisch und als Mehrwert für ihre spätere berufliche Zukunft zu nützen“, so Hribar.* (Vergleiche: Während die Kinder von Migranten in ganz Österreich geradezu gezwungen werden, im Kindergarten und in der Schule aus Gründen der Integration und der Vermeidung von Parallelgesell- schaften die deutsche Staatssprache zu erlernen, soll dies in Kärnten „ein negatives Beispiel“ darstellen. Hier sollen vielmehr alle deutschsprachigen Kinder Südkärtens Slowenisch, also die Staatssprache des Nachbarstaates, erlernen.) *Novice, 17.11.2017, S. 2
Slowenisches Bildungshaus Tainach Am 6.10.2017 fand im Bildungshaus Sodalitas die Tagung „Alte und neue Minderheiten“ statt. Es han- delt sich um eine Serie von Veranstaltungen unter dem Motto „gemeinsam 2020 skupno“. Peter Fritz, Kurator der Landesausstellung 2020, informierte daher über den Stand der Vorbereitungen der Landes- ausstellung 2020. Es sprachen auch LH Peter Kaiser und Bischof Alois Schwarz. Die slowenische Kirchenzeitung „Nedelja“ berichtet, dass die Veranstaltungsserie bewusst auf das Jahr 2020 ausgerichtet ist. Vielleicht werde laut dem Organisator Martin Pandel das Versprechen des Kärn- tner Landtages aus dem Jahre 1920, wonach die Slowenen die gleichen Rechte wie die deutsch- sprachige Bevölkerung haben werden, einen mehr als berechtigten Platz in der feierlichen Erklärung des Landtages im Oktober 2020 einnehmen. „Schon über ein Jahr bereitet eine Arbeitsgruppe mit den Professoren Gerhard Hafner, Heinrich Neisser, Jürgen Pirker und Günther Rautz die neue Serie mit dem Titel Gemeinsam 2020 skupno vor. Der Beweggrund und die Absicht für dieses umfangreiche Projekt ergeben sich aus der nahenden Landes-ausstellung 1920-2010“. Laut Peter Fritz werde sich die Landesausstellung 2020 auf fünf The- men konzentrieren: Infrastruktur/Raumordnung, Vernetzung im Alpen-Argia-Raum, Identitätsfragen, Demokratieentwicklung und Migration. Die Volksabstimmung 1920 sei lediglich Anlass un nicht das Thema*. (Anmerkung: Es ist also fixiert, dass in der Landesausstellung 2020, die aus Anlass des 100. Jahrestages der Kärntner Volksabstimmung 1920 präsentiert werden wird, die Volksab-stimmung nicht vorkommt. Die diesbe-züglichen Schrittmacherdienste werden mit Unterstützung des Landes Kärnten wieder vom Bildungshaus Sodalitas unter besonderer Berücksichtigung der Interesen der slowenischen Minderheit geleistet. Auch die Kampagne für die Verankerung der slowenischen Volksgruppe in der Kärntner Landesverfassung wurde mit der einschlägigen Tagung in Tainach, unterstützt von der Landes-politik, bereits am 21.2.2014 gestartet. Retrospekiv betrachtet hat diese Initiative dem Land Kärnten nicht genützt; auch die slowe-nische Minderheit ist mit dem Ergebnis unzufrieden. Wird es auch im Jahre 2020 eine allgemeine Unzufriedenheit geben?) *Nedelja, 24.9.2017, S. 14
Grenzkonflikt Slowenien-Kroatien: Bereitschaft des Militärs 7.9.2017, Slowenien: Die slowenische Verteidigungsministerin Andreja Katič und der Chef des Generalstabs Andrej Osterman berichteten in einer vertraulichen Sitzung des Verteidigungsausschusses des slowenischen Parlaments über die Bereitschaft des slowenischen Heeres für mögliche Konflikte im Rahmen der Umsetzung der Schiedsgerichtsentscheidung betreffend die Grenze mit Kroatien. Der slowenische Staatspräsident Borut Pahor soll in den letzten Jahren bereits öfters darauf hinge- wiesen haben, dass das Heer nicht in der Lage ist, einen militärischen Konflikt auszutragen. Der Titel des Beitrages lautet „Bereitet sich das Heer auf einen Grenzkonflikt mit Kroatien vor?“ Die slowenische Wochenzeitung vom 18.9.2017 geht davon aus, dass mit Kroatien „ein bewaffneter Konflikt sehr unwahrscheinlich ist“. Es wurde aber dennoch ein Vergleich zwischen der Bewaffnung des slowenischen und des kroatischen Militärs angestellt.* *Reporter, 18.9.2017, S. 16
Interview mit Luca Kaiser Novice vom 11.8.2017 veröffentlichte ein Interview mit Luca Kaiser, Redakteur: Janko Kulmesch. Luca Kaiser, Sohn von Univ. Prof. Larissa Krainer und Peter Kaiser besuchte den Kindergarten „Sonce“ und die zweisprachige Volksschule 24. Luka Kaiser: „Ich habe mich bewusst für den Besuch des Slowe- nischen Gymnasiums entschieden. (…) Ich spielte in der Jugendmannschaft des SAK. Meine Schlüssel- erfahrung war, dass uns Väter einheimischer Spieler in einer Bezirksstadt außerhalb des zweisprachigen Gebietes das ganze Spiel hinweg als Tschuschen und Jugos beschimpft hatten. (…) So begann auch meine Politisierung und ich begann, mich als Angehöriger der slowenischen Volksgruppe zu fühlen.“ Kulmesch erinnerte Luca Kaiser an seine Aussage im Jahre 2014, wonach ihm niemand sein Bekenntnis zur slowenischen Volksgruppe verbieten könne. Dazu Luca Kaiser: „Diese Erklärung ist mit einem Erleb- nis verbunden, das ich in der 3. Klasse des Slowenischen Gymnasiums hatte. Die Deutschlehrerin gab uns zur Aufgabe, einen Leserbrief an den damaligen LH Jörg Haider zum Konfliktthema der zweispra- chigen Ortstafeln zu schreiben. Ich benützte u.a. die Formulierung Ich als Kärntner Slowene“. Die Lehrerin hat diese Formulierung mit dem Argument durchgestrichen, dass auch meine Eltern keine Kärntner Slowenen seien. Ich war sehr betroffen, weil ich mich in schwierigen, aber auch einfachen Situationen immer als Kärntner Slowene gefühlt habe und immer zweisprachig aufgewachsen bin. Ich konnte nicht verstehen, wie sich jemand das Recht aneigenen kann, dass er mir die Zugehörigkeit auf der Basis der Abstammungstheorie (načelo pokolenja) in Abrede stellt, zumal ich diese Theorie entschie-den ablehne.“* (Beachte: In derselben Novice wird auch vom Absolventen des Slowenischen Gymnasiums Simon Schnabl berichtet, der sich eher als Kärntner Slowene fühlt, obwohl seine Eltern nicht Slowenisch ge- sprochen haben und auch er Slowenisch nicht perfekt beherrsche. Schnabl besuchte den „slowenischen Hermagoras-Kindergarten“, die zweisprachige Volksschule und das slowenische Gymnasium und den- noch „ist es ein Faktum“ dass er die slowenische Sprache „nicht perfekt“ beherrscht. Auch Lisa Sallay fühlt sich als Kärntner Slowenin, obwohl sie die slowenische Sprache nicht beherrscht. Entscheidend sei der Blick auf die Vergangenheit und auf die Welt (…) ein wenig nach links gerichtet. Der Beitrag der Jour-nalistin Ana Grilc trägt den Titel „Reslowenisierung“. )** *Novice, 11.8.2017, S. 5, 7 **Novice, 8.9.2017, S. 8,9
Schriftsteller Boris Pahor und der slowenische Geheimdienst Udba 10.8.2017 Demokracija – Die slowenische Wochenzeitung publizierte einen Bericht über das Buch des Autors Igor Omerza, Titel: Boris Pahor- Im Rachen der Udba („Boris Pahor- V žrelu udbe“). Der Bericht ist von Interesse, da der berühmte slowenische Schriftsteller Boris Pahor im benachbarten Ausland in Italien lebt und somit von vergleichbaren Aktionen der slowenischen Geheimdienstes Udba auch in Kärnten und in der Steiermark auszugehen ist. Pahor wurde von der Udba vom Jahre 1952 bis 1989 „bearbeitet“. „Die Bespitzelung wurde von fast 90 Udba-Bediensteten und von Mitarbeitern, also von ständigen und vorübergehenden Spitzeln, Ange- hörigen der slowenischen Minderheit in Italien, praktiziert. Einige von ihnen waren deklarierte Linke, andere aber zumindest dem Schein nach ganz normale, politisch neutrale und untätige Angehörige der slowenischen Minderheit. (…) Der Autor Igor Omerza erklärte anlässlich seiner Buchpräsentation, dass die slowenische kommunistische Geheimpolizei den Schriftsteller Pahor auf mehrere Arten observierte. Unter anderem hat sie eine geheime Durchsuchung seines Hauses in Triest, in den Räumlichkeiten in Dutovlje und im Haus seiner Schwester in Triest durchgeführt. Im Haus in Triest wurden Mikrophone angebracht, seine Post wurde geöffnet und sein Telefon wurde abgehört. Die slowenische Geheim- polizei erfuhr mit Hilfe des in seinem Haus installierten geheimen Mikrofons vom Versprechen des Edvard Kocbek im Jahre 1975, dass er öffentlich über die Nachkriegsmorde sprechen werde. (…) Die Udba hat die Berichte über Pahor dienstlich an Stane Dolanc, Edvard Kardelj, Mitja Ribičič, France Popit und Milan Kučan, aber auch an Sergej Kraigher, Andrej Marinc, France Šetinc und Janez Vipotnik weitergeleitet.“ Pahor war linksorientiert und ein Gegner des faschistischen Regimes in Italien. Im Jahre 1943 stand er in Triest mit der Befreiungsfront (OF) in Verbindung. Deshalb wurde er vom deutschen Okkupator in das Konzentrationslager gebracht, von dort kehrte er erst bei Kriegsende zurück. Er trat jedoch gegen eine „kommunistische Gleichschaltung“ ein, die die slowenische Partei unter den Intellektuellen im Grenzausland durchsetzen wollte. Dies war nicht ungefährlich. Zwei Anhänger der betont antikommunistischen Rechten wurden nach Jugoslawien verschleppt und ermordet: Ivan Martelanc erlitt dieses Schicksal im Oktober 1945 und Albin Šmajd im Jänner 1946. Darüber hinaus unterstützte er Edvard Kocbek. Im Jahre 1975 veröffentlichte er sogar ein Interview mit Kocbek, womit dieser öffentlich die Ermordung der Domobranci im Jahre 1945 thematisierte. „Ehemalige kommunistische Parteigänger und Udba-Leute haben trotz des offiziellen Rücktrittes von der Macht im Jahre 1990 einen großen Teil der Macht in ihren Händen behalten und verfügen damit auch über Finanzen, um genug Aktivisten zu finden, die die Ehre und den guten Ruf des kommu- nistischen Regimes verteidigen wollen“. In dieser Absicht versuchen sie aber auch, den Autor Igor Omerza und sein Werk zu diskreditieren.* Im Februar 1976 hielt Kocbek im Tagebuch fest: „Erstmals seit 30 Jahren tat mir aus allen meinen menschlichen Fasern leid, dass ich mich für das Partisanentum entschieden habe. Der Kommunismus ist fürwahr eine satanisch rachsüchtige und infernalische Gewalt“.** *Demokracija, 10.8.2017, S. 44 ff; Demokracija, 1.6.2017, 20 ff **Demokracija, 28.9.2017, S. 70
Tagesstätte Florijan in Globasnitz Am 8.8.2017 fand ein Lokalaugenschein der Tagesstätte Florian durch Soziallandesrätin Beate Prettner (SPÖ) und die slowenische Staassekretärin Martina Vuk statt. Die Tagesstätte ist für 24 Plätze für junge Menschen mit Behinderung bewilligt, um diesen eine Beschäftigung und Begleitung zu ermöglichen. Vor Jahren gab es den Versuch, das Projekt auf grenzüberschreitende Beine zu stellen. Dies sei nicht gelungen betonte Beate Prettner und man wolle dies nun realisieren. Rückblick: Die Tagesstätte wurde von der Kärntner Caritas im Mai 2012 zur Zeit des LH Dörfler und des zuständigen Landesrates Christian Ragger eröffnet. Nach einem Jahr gab es aber bereits Fin- anzierungsprobleme. Dazu Direktor Viktor Omelko im Jahre 2014: „Slowenien hat sich bereit erklärt, das zu finanzieren, was sie in ihren eigenen Einrichtungen bekommen. Der Unterschied, die Differenz müsste von Kärnten geregelt werden. Das hat bis jetzt nicht funktioniert“. Wegen der Fixkosten entstünden der Caritas beim Projekt nun Abgänge zwischen 50.000 und 80.O00 Euro. Landtagsabgeordnete Zalka Kuchling setzte sich im Jahre 2014 vehement für den Fortbestand des grenzüberschreitenden Projektes „Werkstatt Florian“ ein.* Bereits am 16.8.2017 schrieb die slowenische Abteilung des ORF-Kärnten, dass die Werkstatt Florijan voraussichtlich noch heuer „Klienten“ aus Schwarzenbach (Črna na Koroškem) über- nehmen wird. Caritas-Direktor Jože Marketz habe angeboten, dass Slowenien den üblichen Tarif bezahlt, der ein Drittel des österreichischen Tarifes beträgt. Die Vereinbarung des Jahres 2012 habe nicht funktioniert, da Slowenien ihren Beitrag nicht bezahlt habe. ** Die Leiterin der Werkstatt Florian, Simona Roblek, bestätigte ebenfalls eine Absprache mit der Caritas. Demnach werde man die Tagsätze verrechnen, die in Slowenien bezahlt weren. Offen sei noch, wer den Transport der Klienten aus Črna und bezahlen wird und wie der Mitarbeiter aus Slo- wenien, der sich in Globasnitz aufhalten wird, honoriert werden wird. Die Betreuung bleibe weiterhin zweisprachig.*** *Volksgruppen.orf.at/slovenci, 8.8.2017, 10.8.2014, 8.8.2014, 25.8.2014 **Volksgruppen.orf.at/slovenci, 16.8.2017 **Novice, 3.9.2017, S. 37
Partisanenfeier am Kömmel Am 16.7.2017 fand der 38. Marsch auf den Kömmel auf den Wegen der Domen-Truppe im Gedenken an die gefallenen Kämpfer statt. Als Festredner fungierte Alfred Kohlbacher, Vorstandsmitglied der Sozialdemokratischen Freiheitskämpfer; die Messe wird von Andrej Lampert gelesen. Organisiert wurde die Gedenkveranstaltung vom Slowenischen Kulturverein „Edinost“, Bleiburg (Begrüßungsrede: Franc Kuežnik; Obmann: Matej Trampuž/ Trampusch) und vom Kärntner Partisanenverband (Ansprache: Sekretär des ZKP: Andrej Mohar). Es sangen ein Chor aus Slowenien und der slowenische Kärntner Männerchor „Foltej Hartman“ unter der Leitung von Martin Kušej. Ehrengäste waren u.a. Stadtrat Marko Trampusch und die „Partisanenlegende aus dem Küstengebiet“ Ivan Čebron. Andrej Mohar und weitere Teilnehmer, so auch einige Sänger, trugen Leibchen oder eine Kappe mit dem Roten Stern. Zumindest ein Teilnehmer hatte sein Hemd mit dem Tito- Bild versehen; diesbezügliche Fotos: siehe www.novice.at, 18.7.2017. Andrej Mohar kritisierte die Gedenkveranstaltungen des kroatischen „Bleiburger Ehrenzuges“ in Loibach, die mit den internationalen Verpflichtungen Österreichs nicht in Einklang stünden. Er äußerte die Überzeugung, dass „es im kommenden Jahr notwendig sein wird, sozusagen knapp vor dem Tag, wenn Österreich wieder den Vorsitz in der EU übernehmen wird, entschlossene Maßnahmen zu setzen“. Ein Verbot der Veranstaltung auf dem Loibacher Feld wäre die einzige Möglichkeit, um den Bestimmungen des Österreichischern Staatsvertrages 1955 zu entsprechen, da der Staatsvertrag jedwede nationalsozialistische Tätigkeit verbiete. Prof. DIng. Alfred Kohlbacher, er trug eine Mütze mit rotem Stern, sagte u.a.: „Geehrte Damen und Herren, geschätzte Genossinnen und Genossen! (…) Wenn heute und hier der am 12.10.1944 Gefallenen der Domen-Truppe gedacht wird, dann ist das nicht nur eine Ehren- und Dankbezeugung für ihren Mut und ihr Opfer, es ist auch eine Mahnung und Aufforderung, den Anfängen rechtsradikaler und neofaschistischer Tendenzen, Bewegungen und Parteien entschlossen entgegen zu treten. (…) Heute müssen wir feststellen, dass die längst tot geglaubten Gespenster der Vergangenheit durch Europa geistern. (…) Noch immer bestehen Vorurteile gegenüber PartisanInnen. (…) Erfreulich ist, dass das Partisanenmuseum am Perschmanhof, zu dessen Gestaltung die Freiheitskämpfer einen finanziellen Beitrag gegeben haben, zunehmend von Schulklassen besucht wird. (…) Wir Freiheitskämpfer sind mit Euch in Solidarität und Freundschaft verbunden! Smrt fasizmu, svoboda narodu!“ Im Bericht des Partisanenverbandes wird darauf hingewiesen, dass das Denkmal am Kömmel „Zielscheibe eines Sprengstoffanschlages“ war. Es blieb jedoch unerwähnt, dass der Anschlag am 31.10. 1976 vom verstorbenen Johann H. verübt worden ist und der Täter selbst ein deklarierter Anhänger der Partisanenbewegung war. Vergleiche: In Laibach fand am 29.6.2017 eine Veranstaltung im Zeichen des Roten Sternes statt. In der Wochenzeitung Demokracija spricht Petra Janša von einer Provokation. Die Verehrung des kommunistischen Symbols sei aber nicht nur eine Provokation, sondern eine Beleidigung und Verspottung aller Unterdrückten, die in diesem totalitären Regime leben mussten. Die Opfer und ihre Nachkommen werden damit verhöhnt. Slowenen trugen ihre Nationalfahnen und protestierten gegen die Veranstaltung, die von der Polizei beschützt werden musste. *www.novice.at/galerije/38-pohod-na-komelj/, 18.7.2017; Abruf: 4.8.2017 **Volksgruppen.orf.at/slovenci, 17.7.2017; www.partizani.at/index.php?opti0n=com_content&view=article&id=:skrb-za..., Abruf: 12.8.2017. ***Titos langer Schatten, S. 454 ff ****Demokracija, 6.7.2017, S. 28 ff
Interview zur Schulsituation in Bleiburg Novice vom 30.6.2017 bringt ein Interview mit der Direktorin der Volksschule in Bleiburg, Mateja Messner, über die Situation der slowenischen Sprache an dieser Schule. Redakteurin: Ana Grilc. Frage: In Bleiburg haben wir eine besondere Situation, denn es besteht ein „Klein-Laibach“ mitten in einem österreichischen Ort. Wie hat sich die Situation hinsichtlich der slowenischen Sprache verändert, seitdem Sloweninnen und Slowenen aus dem Mutterstaat in der Bleiburger Schule unterrichtet werden? Mateja Messner:Ich bin bereits seit 30 Jahren in Bleiburg. Vor 30 Jahren hatten wir rund 12 Kinder zum Slowenisch-Unterricht angemeldet, nun gibt es davon 92. Am Anfang war das Slowenische in unserer Schule nicht präsent. Vielleicht waren die zweisprachigen Lehrer nicht so selbstbewusst und haben ihre Sprache nicht in den Mittelpunkt gestellt. Oder aber ist die Zeit erst jetzt reif dafür, dass die Eltern ihre Kinder zum Slowenisch-Unterricht anmelden. Unsere Schule besuchen heute 30 Schülerinnen und Schüler, die aus Slowenien kommen und in Bleiburg leben. Damit wächst natürlich in unserer Schule die Qualität des Slowenischen. Auch die österreichischen Schüler profitieren davon. Frage: Oft wird kritisiert, dass die Kinder nach 4 Jahren zweisprachiger Ausbildung nur die Worte Maus und Haus verstehen. Ist die Situatiuon in der Bleiburger Schule eine andere, seitdem hier auch slowenische Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden? Mateja Messner:An unserer Schule ist dies sicher nicht der Fall. Sicherlich sind aber in jeder Klasse einige Kinder mehr und die anderen weniger sprachbegabt (…).“* *Novice, 30.6.2017, S. 10,11
Partisanenfeier Am 25.6.2017 fand beim Peršman-Hof eine Gedenkfeier des Kärntner Partisanenverbandes (ZKP) und des Vereines Peršman statt. Festredner: Gudrun Blohberger, ehemalige Obfrau des Vereines und Viola Tomič, slowenische Parlamentsabgeordnete der Vereinigten Linken (ZL). Anwesende, u.a.: Tit Turnšek, Präsident der Kämpfervereinigung Sloweniens und Peter Gstettner, Mauthausenkomitee Kärnten-Koroška. Verbindende Worte: Mirjam Zwitter-Šlemic. Mitarbeit des slowenischen Kulturvereines Zarja; Ausstellung von Franc Rasinger. Ansprache der slowenischen Abgeordneten, Violeta Tomič (auszugsweise übersetzt): „Genossinen und Genossen, Freunde und Gleichgesinnte, geschätzte Kärntner Patrioten! (…) Unsere erfah-renen Heerführer waren in der Lage, für uns nicht nur im Kampf, sondern auch auf diplomatischem Wege strategische Siege zu erkämpfen. Erwähnen wollen wir nur den Anschluss des Küstenge-bietes an das Mutterland. Unter dem Oberbefehl von Marschall Tito marschierten sie der Freiheit, der sozialen Gerechtigkeit, dem Wahlrecht und der Gleichberechtigung der Frauen, dem Ende der Unterdrückung der Arbeiterklasse und der sozialistischen Revolution entgegen. Heute werden die Werte der Gleich- heit, der Freiheit und der Brüderlichkeit wieder mit Füßen getreten und verurteilt. (…) Der historische Revisionismus und die Verurteilung des Partisanenkampfes und der Werte des Volksbrfreiungskampfes (NOV ) gehören leider zu einem Teil der slowenischen Staatspolitik nicht nur der rechten Politik, sondern leider auch der so genannten Mitte. (…) Zum 70. Jahrestag des Sieges über den Faschismus hat unser Staat keine Delegation zur großen Feier am 9. Mai nach Moskau geschickt. Noch mehr. Es ist bezeichnet, dass unser Staat die UNO-Deklaration gegen den Faschis- mus und Nazismus nicht unterzeichnet hat. Und noch mehr. Im Parlament wird regelmäßig die so genannte „Deklaration über das europäische Bewusstsein und den Totalitarimus“, die uns von der extremen Rechten aufgedrängt wird, behandelt. Diese Deklaration setzt den Faschismus, den Nazismus und den Kommunismus auf die gleiche Stufe. Es geht ihnen dabei lediglich um eine Dämonisierung des Kommunismus. Einem solchen historischen Revisionismus dürfen wir niemals zustimmen. (…) Erheben wir uns! (…) Ebenso wichtig ist es, dass wir die Werte des NOB erhalten und wir unserer Nachwelt klar sagen, welch bedeutende historische Aufgabe unsere Frei- heitskämpfer erfüllt haben. (…) Tod dem Faschismus Freiheit dem Volk!“* Partisanenfeier In Ludmannsdorf und Köttmannsdorf wurden am 7.5.2017 erneuerte Partisanen-Gedenkstätten ein- geweiht. Pfarrer Michael Joham betonte, dass Barmherzigkeit noch nicht bedeute, gleichgültig gegen Unrecht zu sein. Ansprachen hielten Manfred Maierhofer, Marija Weber-Ogris und Milan Wutte. Andrej Mohar stellte sein zweisprachiges Buch „Stolz auf die Vorfahren“ vor und hob das Interview mit Stefan Schellander hervor.** *www.partizani.at/index.php?option=com_content&view=article&id=80:ostrenje, Abruf: 12.8.2017; Novice, 30.6.2017, S. 4. **Novice, 12.5.2017, S.5
Kattowitz: Treffen der EFA In Kattowitz (Polen) fand am 31.3.2017 das Treffen der Europäischen Freien Allianz (EFA), einer europäischen politischen Partei mit 38 „autonomen Regionalparteien“ statt. Die Ausrichtung der EFA sind laut Wikipedia der Regionalismus und der Separatismus. Es nahmen auch Vertreter der Kärntner Einheitsliste (Gabriel Hribar, Lena Kolter, Luka Hribar) teil und informieren das Plenum über die Verfassungsdiskussion in Kärnten. Der Katalane Josep-Maria Terricabras will dieses Thema auch im Europäischen Parlament zur Sprache bringen und dazu Gabriel Hribar, den Chef der Enotna liste, dazu einladen.* Die Partei des Katalanen Josep Maria Terricabras, die Republikanische Linke Kataloniens, tritt für ein von Spanien unabhängiges Katalonien ein. Der ETA gehören weitere sezessionistische Gruppierungen an. Beispielsweise die linksliberale Schottische Nationalpartei und die Neu-Flämische Allianz, die die Unabhängigkeit Flanders von Belgien anstrebt. Vertreten ist auch die politische Partei „Süd-Tiroler Freiheit“, sie setzt sich vehement für die Loslösung Südtirols von Italien ein.** (Am 1.10.2017 fand in Katalonien ein verfassungswidriges Unabhägigkeitsreferendum statt. Die Region pflegt seit jeher enge Kontakte zu Slowenien. Der slowenische ehemalige Außenminister, Dimitrij Rupel, leitete vor Ort eine internationale Beobachterkommission und geht davon aus, dass die Unabhängigkeit Kataloniens nicht mehr aufzuhalten sei. Beobachter befürchten einen Domino-Effekt.)*** *Novice, 14.4.2017, S. 22 **de.wikipedia.org, Abruf: 17.4.2017 ***http://volksgruppen.orf.at/ slovenci, 3.10.2017; KleineZeitung, 13.10.2017, S. 9
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30. Jahrestag der Errichtung des Rudolf Maister-Denkmals 10.10.2017, Marburg: Feierlichkeiten anlässlich des 30. Jahrestages der Aufstellung eines zentralen Denkmals für Rudolf Maister. Das Maister-Denkmal wurde am 10.10.1987 errichtet. ORF Kärnten, slowenische Abteilung, berichtete darüber ausfürlich. Die Statue zeigt den General wie er den Säbel aus der Scheide zieht. General Rudolf Maister-Vojanov wurde am 29.3.1874 in Kamnik geboren. In den Jahren 1918-1919 hat er mit seinem Heer verhindert, dass „Marburg und das steirische Draugebiet Deutsch-Österreich angeschlossen wird“. Aleš Arih, der Obmann des Vereines General Maister, sagte: „Die Bedeutung des Generals Maister tritt immer mehr in den Vordergrund. Viele von uns sind nämlich davon überzeugt, dass wir einen neuzeitlichen Rudolf Maister benötigen, natürlich ohne Säbel, jedoch mit den Werten, die von Maister vertreten worden sind. Diese Werte vermissen wir heute sehr“. Auf Anregung des Verbandes der Vereine General Maister wird heuer wieder mit der Vergabe von General MaisterWürdigungspreisen begonnen werden. (Hinweis: Als einziger Kärntner erhielt bisher der Rechtsanwalt Rudi Vouk im Jahre 2011 den General Maister-Würdigungspreis). In Marburg wird im Jahre 2018 auch die Staatsfeier anlässlich des Maister-Tages stattfinden. Damit wird man die 100-Jahrfeier seiner Aktionen begehen*. 23.11.2017, Marburg: Unter dem Titel „Beispiel eines heimatliebenden Führers“ berichtet ORF- Kärnten, slowenische Abteilung, von der zentralen Feier zu Ehren des General Maister und der Kämpfer um die Nordgrenze. „General Rudolf Maister ist das Vorbild eines kompetenten, heimatliebenden und entschlossenen Füh- rers, denn er hat mit seinen Erfahrungen (…) seiner Heimat geholfen, als diese ihn am meisten benö- tigt hat“, erklärte im Rahmen dieser zentralen Feier die Verteidigungsministerin Andreja Katič. Mit diesem Gedenken wird die Erinnerung an den 23.11.1918 wachgehalten, als General Maister in Marburg mit seinen Kämpfern in einer eigenständigen militärischen Aktion die deutschsprachige Wache entwaffnete, das militärische Kommando übernahm und die slowenische politische Herrschaft in Marburg festigte. Ende Mai 1919 begann die Offensive in Kärnten. General Maister leitete gemein- sam mit serbischen Offizieren erfolgreich das Lavanttaler Kommando und übernahm das Oberkom- mando in der Zone A des Abstimmungsgebietes. (…) Maister war sich dessen bewusst, dass man nicht allzu sehr mit den Siegermächten des 1. Weltkrieges rechnen könne. Er meinte, dass die Besetzung des slowenischen nationalen Gebietes eine bessere Ausgangsposition für die Verteidigung der Nord- grenze bei den Friedensgesprächen bewirken wird. Die Verteidigungsministerin sagte auch, dass General Maister das Beispiel eines kompetenten, heimatliebenden und entschlossenen Führers abgibt, der eine eigene Vision hat und für andere Ideen offen ist, diese jedoch kritisch überprüft. Vor allem ist er aber auch ein Vorbild für die Jugend, hat er doch mit dem Wissen und den Erfahrungen, die er daheim gesammelt hatte, der Heimat geholfen, als sie ihn am meisten benötigt hat.** Weitere Landesfeiern in Slowenien siehe *http://volksgruppen.orf.at/slovenci am 11.10.2017 *http://radio.ognisce.si am 23.11.2011 *www.skupnost.at am 5.12.2011 **http://volksgruppen.orf.at/slovenci am 23.11.2017
Slowenisches Schulwesen in Kärnten 20.10.2017, Pressemeldung: Sabine Sandrieser, Schulinspektorin für das zweisprachige Schul- wesen hält fest: „Die Qualität des Unterrichtes messen wir nicht mit den Anmeldungen“. Die zweisprachige Ausbildung sei laut Sandrieser attraktiv, es müsste aber eine Kontinuität beim Übergang vom Kindergarten in die Schule gewahrt werden. Die Zahl an Anmeldungen für den zweisprachigen Unterricht sei im neuen Schuljahr im Bereichdes Minderheitenschulwesens nur geringfügig zurückgegangen, bleibe jedoch auf einem hohen Niveau: 45,41 % bzw. 2.044 Kinder in den Volksschulen, im Vorjahr waren es 2.053. Das slowenische Gymnasium besuchen heuer 559 Schüler, die zweisprachige Handeslakademie 264 und die Höhere Schule für wirtschaftliche Berufe in St. Peter 138 Schüler. Frage: In mehreren zweisprachigen Volksschulen haben die Kinder seit heuer Tage, an denen ausschließlich der Unterricht in slowenischer Sprache erteilt wird. Ist dies die einzige Neuigkeit? Sandrieser:Nein, das ist ein Segment der zweisprachigen Ausbildung. Zehn Schulen arbeiten bereits seit mehreren Jahren nach diesem System. (…) Ziel ist, dass alle Schulen tatsächlich im selben Ausmaß in deutscher und slowenischer Sprache unter- richten, denn nur dann, wenn man die Gesetze wirklich einhält, wird das Erlernen der slowenischen Sprache ersichtlich sein. Frage: das Gesetzt galt ja bereits. Wie kann man seine Umsetzung garantieren? Sandrieser: Garantieren kann ich es nicht, ich kann die Direktoren und Lehrer nur davon überzeugen, dass dies der einzige Weg ist, der zur Bildung einer Sprachkompetenz führt.“ Frage: Wie sind die Reaktionen der Lehrer und Eltern? Sandrieser:Die Reaktionen sind sehr positiv. Kinder, die in der ersten Volksschulklasse mit geringen Slowenisch-Kenntnissen beginnen, können den Unterricht am Slowenischen Gymnasium fortsetzen. Das wesentlichste Thema ist der Übergang vom Kindergarten in die Volksschule. Das neue Gesetz sieht eine intensive Kooperation der Kindergarten- und Schulinspektoren vor. Mit einem guten Konzept in den Kindergärten und einer guten Kooperation zwischen den Lehren und den Erziehern sowie einer Kontinuität vom 3. bis zum 15. oder bis zum 18. Jahr werden wir auch einen Qualität erreichen können. 1 (Beachte: Die Mehrheit der angemeldeten Kinder hat zu Schulbeginn überhaupt keine Slowenischkenntnisse. Wenn also der Unterricht an bestimmten Tagen zur Hälfte ausschließlich in slowenischer Sprache erteilt wird, können sie dem Unterricht nicht folgen). Hubert Mikel, Sekretär des Volksgruppenzentrums (CAN) in Wien, kritisierte, dass in Wien, aber auch in der Steiermark, ein Min- derheitenschulgesetz fehle, wie wir es in Kärnten und im Burgenland kennen. Es bestünde in Wien lediglich die Komenski-Schule, die von 600 Schülern besucht wird; es handle sich aber um eine Privat-schule und einen großen Teil der Kosten müssten die Eltern selbst übernehmen. Es liegt also laut Mikel eine Diskriminierung der Wiener Minderheiten vor. 2 Eine weitere Wortmeldung dazu von Florijan Lipuš: Slowenischunterricht, eine Farce. Am 17.11.2017 führte Ana Grilc ein Interview mit Florijan Lipuš. Zur Schulfrage äußert sich der Schriftsteller, der von Beruf selbst Lehrer war, wie folgt: „Das Schulwesen kann sich in Österreich nicht einer außergewöhn-lichen Qualität rühmen. Was die Slowe- nischkenntnisse anbelangt aber muss ich die zweisprachige Lehrer-schaft noch einige Stufen niedriger ansiedeln. Das bedeutet, dass der Slowenischunterricht an den Pflichtschulen größten-teils eine Farce ist. 3 1 Novice, 20.10.2017, S. 4 2 Novice, 6.10.2017, S. 8 3 Novice, 17.11.2017, S. 4,5
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