Jože (Josef) Marketz | Bischof von Kärnten und Volksgruppentheoretiker

Die Arbeit für das Slowenentum
Sind christliche Nächstenliebe und ethnische Eigenliebe vereinbar?

 

2.2.2020  Klagenfurt – Jože (Josef) Marketz wird zum 66. Bischof der Diözese Gurk-Klagenfurt  geweiht. Erzbischof Franz Lackner spendet die Bischofsweihe. Die beiden Mitkonsekratoren sind Bischof Freistetter und der slowenische Erzbischof von Maribor (Slowenien), Alojzij Cvikl. Die Einladung von Cvikl unterstreiche auch die „Zweisprachigkeit“.1

Zur Erhabenheit der Bischofsweihe habe auch die selbstverständliche Gegenwart von Marketz` slowenischer Muttersprache beigetragen. Josef Marketz werde im edelsten Sinn des Wortes ein Volksbischof sein. Für das Verbindende, das auch LH Peter Kaiser ansprach, gab sich Volksbischof Josef/Joše (sic!) entschlossen: „Ich bin bereit/pripravljen sem“, so die Kleine Zeitung.2
Als Bischof wolle er aber „Josef“ genannt werden.3
Kärnten war mit Landeshauptmann Peter Kaiser, den Regierungsmitgliedern, der Kärntner Ministerin Elisabeth Köstinger und weiteren politischen Repräsentanten vertreten. Landeshauptmann Peter Kaiser sprach in seiner Grußbotschaft auch in slowenischer Sprache von einer besonderen Fügung, dass just im Jahr 2020 zum 100- Jahr-Jubiläum der Volksabstimmung ein Bischof, der der slowenischen Volksgruppe angehört, geweiht wurde, „als Verkörperung des immer besser werdenden Miteinanders“.4

Aus Slowenien waren u.a. anwesend: die Erzbischöfe Stanislav Zore (Laibach) und Alojzij Cvikl (Marburg) mit allen slowenischen Bischöfen; Minister Peter Česnik, Botschafterin Ksenija Škrilec, Generalkonsul Anton Novak, Lojze Peterle … 
Peter Česnik, der slowenische Minister für die Slowenen im benachbarten Ausland und in der Welt, wurde in slowenischer Sprache besonders herzlich willkommen geheißen. Laut Artikel 5 der slowenischen Verfassung ist dieser slowenische Minister auch für die Kärntner Slowenen, also auch für Bischof Marketz,  zuständig. Artikel 5 sei ein heiliger Artikel: „Wir wurden als große Familie der Slowenen wegen ungünstiger Umstände und wegen der Weltpolitik mosaikhaft aufgeteilt“, bedauert Minister Česnik.5
Für Lojze Peterle, den ersten slowenischen Regierungschef im selbständigen Slowenien, war ein Platz in der ersten Reihe reserviert worden.6

Jože Marketz erklärte in seiner Ansprache u.a.: „Ich bin mir dessen bewusst, dass die Ernennung eines Kärntner Slowenen zum Bischof auch ein politisches Signal bedeutet. Es ist nicht das erste Signal und hilft somit, den Trend zu verstärken, dass in Kärnten auch Slowenen verantwortungsvolle Funktionen für die gesamte Gesellschaft übernehmen können und es selbstverständlich ist, dass wir die Muttersprache ohne Hindernisse in der Kärntner Öffentlichkeit verwenden können. Das ist durchaus erfreulich und mit Stolz und Genugtuung kann ich sagen, dass die Kirche zu dieser Entwicklung viel beigetragen hat“. Marketz sprach im Geiste der Synode und der Bedeutung und Notwendigkeit  „einer selbstverständlichen Gleichwertigkeit der beiden Sprachen und Völker im Lande. (…). Kurz gesagt, wir bekamen einen Bischof aus dem Volk (ljudstvo) für das Volk“ , heißt es in der Kärntner slowenischen Presse.7
Am Beispiel der grenzüberschreitenden „Werkstatt Florian“ in Globasnitz kann man erkennen, dass Marketz auch als Caritas-Direktor die Förderung slowenischen Sprachgebrauchs ein besonderes Anliegen war.8 Im Jahre 2017 gab der neue Bischof eine Stellung zur Verfassungsdiskussion (Verankerung der slowenischen Volksgruppe) mit dem Hinweis ab, dass in Kärnten „nicht nur Deutsche und Slowenen, sondern auch Menschen verschiedener Kulturen, Weltanschauungen, Glauben und Sprachen leben“.9 Eine Intervention bei den politisch Verantwortlichen im Lande, auch die neuen Minderheiten und Migranten als achtenswerte Gruppen in der Kärntner Landesverfassung zu verankern, unterblieb aber leider. Auch die Bischofsweihe stand lediglich im Zeichen der „beiden Völker“ oder „der beiden Volksgruppen“ im Lande Kärnten ohne Hinweis darauf, dass in Kärnten Menschen leben, die weder Deutsche, noch Slowenen sind.

Kärnten sei auf einem guten Weg in die Zukunft, betont der slowenische Journalist Janko Kulmesch: „Das Jahr 2020, hundert Jahre nach der Volksabstimmung, wird zweifellos im Zeichen der Geschichte der slowenischen Volksgemeinschaft (slovenska skupnost) stehen. Vor zwanzig oder sogar vor zehn Jahren hätte man sich schwer vorstellen können, dass an der Spitze der Gurker Diözese ein Priester aus der slowenischen Volksgemeinschaft stehen wird. Geradezu undenkbar wäre es, dass der höchste Repräsentant Kärntens die Bischofsernennung des Kärntner Slowenen als besondere Fügung im Jubiläumsjahr des Plebiszits und eine große Unterstützung des Miteinanders zwischen den beiden Völkern (sic!) im Lande bezeichnete, wie dies Landeshauptmann Kaiser getan hat. (…) Die Ernennung von Jože Marketz zum neuen Gurker Bischof ist selbstverständlich ein mehr als erfreuliches Kapitel in den Beziehungen zwischen den „beiden Völkern“ in Kärnten“.10
Als erfreuliches Ereignis bezeichnete der Sekretär des Partisanenverbandes, Andrej Mohar, im Rahmen einer Gedenkveranstaltung in Suetschach am 3.2.2020 die Weihe von Jože Marketz zum Gurker Bischof. Er erinnerte daran, dass auch die Vorfahren des Bischofs die Widerstandsbewegung (OF) unterstützt hatten. Bei dieser Gelegenheit stimmte er im Namen des Partisanenverbandes der Ansicht der drei Klubs slowenischer Studenten zu und betonte: „Es gibt am 10. Oktober in Kärnten keinen Grund zum Feiern“.11
Die Zweisprachigkeit der Bischofsweihe wurde gelegentlich in Kreisen deutschsprachiger Kärntnerinnen und Kärntner kritisiert. Man hätte gerne auch die Botschaft mitbekommen, die der neue Bischof in slowenischer Sprache an seine Landsleute gerichtet hat. In der „Radio-Streitkultur“ des ORF-Kärnten am 3.2.2020 bemerkte ein Südkärntner Bürgermeister, dass es auch die Deutschsprachigen verdient hätten, die Worte zu hören, die der Bischof öffentlich an seine Familie gerichtet hat. Der neue Bischof vertritt bekanntlich die Ansicht, dass sich die Gläubigen an den Gebrauch seiner slowenischen Muttersprache gewöhnen müssten. Zwischen den pastoralen Erfordernissen des deutschen Sprachgebrauchs und den nationalen Wünschen nach slowenischem Sprachgebrauch gibt es also ein enormes Konfliktpotential und die Gefahr, die Deutschsprachigen zu brüskieren, ist groß. Der Dissertation (s.u.) ist zu entnehmen, dass für Bischof Marketz die Förderung des Slowenischen eine Herzensangelegenheit bedeutet.
Es waren meine schwierigsten Augenblicke „als ich beim Tisch saß und kein Wort verstand“, gestand der Ludmannsdorfer Pfarrer, Janko Krištof, nach einem zweimonatigen Aufenthalt in Frankreich.12 Mit vergleichbaren, schwierigen Augenblicken sind die deutschsprachigen Katholiken in „zweisprachigen“ Pfarren oft konfrontiert. Vielleicht wird es unserem neuen Bischof möglich sein, diesen Gläubigen mit mehr Empathie zu begegnen.

Bemerkenswerterweise weilte der neue Bischof wenige Tage nach der Bischofsweihe bereits am 7.2.2020 in Laibach und gab dem staatlichen Fernsehen ein Interview.13 „Družina“, die Kirchenzeitung Sloweniens, berichtete laufend über die Bischofsernennung des Kärntner Slowenen. Am 17.2.2020 veröffentlichte die Wochenzeitung „Reporter“ ein Interview mit Bischof Marketz. Als Kirche habe man viel dazu beigetragen, dass sich die „zwei Völker“ einander annähern. Die Situation habe sich verbessert: „ Fast niemand unter den Slowenen aus Kirche, Kultur und Politik wirkte bisher an den Feiern zum 10. Oktober, wenn man den Jahrestag der Kärntner Volksabstimmung feiert, mit. Ich denke, dass wir heuer in allen Bereichen dabei sein werden. (…) Wenn du in der  Minderheit bist, musst du immer auf dich aufmerksam machen. Das wird man auch in Zukunft machen müssen. (…) Die Gurker Diözese fühlt sich als zweisprachige Diözese, obwohl sie offiziell nicht zweisprachig ist. Zweisprachig sind einige Ämter und Dienste. Aber nun wird sie noch zweisprachiger, weil auch ich selbst das Slowenische verwenden werde“. In der Kärntner Kirche seien auch drei Afrikaner tätig, die zunächst in Slowenien die slowenische Sprache erlernt haben und danach in Österreich noch Deutsch lernten, damit sie nun in zweisprachigen Pfarren wirken können. Derzeit gebe es auch mindestens drei Priester aus Slowenien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wären die geflüchteten Priester aus Slowenien sehr hilfreich gewesen. Diese haben uns vor allem bei der Beherrschung der slowenischen Sprache sehr geholfen, so Marketz.14 

Die Vorgeschichte
Jože Marketz betonte im Rahmen der Pressekonferenz am 6.12.2019, dass er über das Zusammenleben von „Slowenen und Deutschen“ seine Dissertation geschrieben habe: „Wenn ich irgendwo ein Unrecht bemerken werde, werde ich darauf hinweisen. Es geht um den Gebrauch der Sprache. Ich weiß, dass es nicht alle gerne hören, aber ich hoffe, dass sich die Menschen daran gewöhnen werden. Den slowenischsprachigen Menschen in Kärnten geht es vor allem darum, dass sie ihre Sprache, ihre Gesänge, Kultur und die Gebete ihren Kindern weitergeben können. Es geht nicht so sehr um die Politik, die Politik dient diesem Ziel nur. Dafür setzte ich mich auch persönlich ein und werde es damit unterstützen, dass ich die (slowenische) Sprache selbstverständlich verwende. (…) Ich bin dafür dankbar, dass die katholische Kirche in den letzten Jahrzehnten unsere Gesellschaft derart mit geformt hat, dass wir im Burgenland einen Kroaten, in Kärnten aber von nun an einen Slowenen im Bischofsdienst haben“.15
In der Kirchenzeitung „Nedelja“ wird die Bischofsernennung als „Ansporn für einen Neustart“ kommentiert. Peter Handke, Olga Voglauer, Angelika Mlinar und Jože Marketz – vier Personen, auf die die Kärntner Slowenen heute sehr stolz sein können. Der Autor, Fachexperte Dejan Valentinčič, gibt aber auch zu bedenken, dass in der Vergangenheit so mancher Kärntner Slowene gerade aus Protest gegen antislowenische Ressentiments seine Identität schärfte. Die Krise habe also die Gemeinschaft belebt. Dies bedeute aber nicht, dass man neuerlich eine Verschlechterung der Beziehungen in Kärnten wünsche. Man müsste allerdings darüber nachdenken, ob der Auftrieb nur negative Folgen oder aber auch positive Anreize bringen kann.16  Der Nobelpreis bedeute eine Anerkennung und eine Verurteilung der slowenenfeindlichen Hetze in Kärnten. Tatsächlich sei dies der Nobelpreis für alle Slowenen, die dem Assimilationsdruck standgehalten haben. Vielleicht sei gerade wegen der Erfolge dieser Einzelpersonen, die das (National-) Bewusstsein bei allen stärken müssten, die Initiative SKUP zum richtigen Zeitpunkt an die Öffentlichkeit getreten, so Valentinčič in der Kärntner Kirchenzeitung „Nedelja“.17 Die Initiative SKUP präsentierte sich Anfang Jänner 2020 in Anwesenheit des künftigen Bischofs Marketz auch im slowenischen Bildungsheim Sodalitas in Tainach. Diese Initiative unter der Führung des Rechtsanwalts Rudi Vouk wird von einigen Volksgruppenfunktionären mit dem Hinweis abgelehnt, man wolle keinen Streit innerhalb der Volksgruppe bzw. ein SKUP-Anhänger habe im sozialen Netz bereits Personen bedroht und eine schwarze Liste veröffentlicht.18 

Anlässlich der 100-Jahrfeier der Kärntner Volksabstimmung werde also ein Kärntner Slowene an der Spitze der Kirche stehen, berichtete „Družina“, die Kirchenzeitung Sloweniens. Die Kindheit verlebte er in St. Philippen, seine Eltern waren „echte Slowenen“. In dieser Zeit sei der Ort noch slowenisch gewesen, „wir sprachen slowenisch, beteten slowenisch und lebten auf slowenische Art“, erinnert sich Marketz. Der Priester studierte ein Jahr auch an der Theologischen Fakultät in Laibach. Aber bereits als Kaplan in Ferlach und in St. Jakob bemerkte er, wie brennend die slowenische Frage im zweisprachigen Gebiet sei: „Wir Slowenen wurden an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Wir mussten um alles kämpfen, was für die Deutschsprachigen eine Selbstverständlichkeit war“, sagt er und erinnert daran, dass man in zwei Pfarren nur deshalb, weil man hörte, dass er auch in slowenischer Sprache betet und predigt, Unterschriften sammelte und diese dem Ordinariat vorlegte: „Dies hat mich besonders geformt, mich gestärkt, die Hindernisse verstand ich auch als Zeichen, dass ich für die richtige Sache arbeite, dass ich für das Slowenentum arbeite“. Im selben Beitrag wird auch Dechant Janko Krištof zitiert: „Wir Kärntner freuen uns über die Bischofsernennung. Er ist einer von uns, er fühlt mit uns und er ist mit uns bemüht, dass wir in Kärnten als Slowenen bestehen bleiben. Es passierte etwas, was wir vor kurzem nicht einmal zu denken wagten“.
In einem dazugehörigen Kommentar wird festgehalten, dass der Nobelpreisträger Peter Handke mit seiner Gesinnung dem neuen Bischof nahe sei. Die Kirche in Slowenien möge den Weg in Kärnten neugierig und offen verfolgen. Denn in Kärnten stünde nun ein Mensch an der Spitze, der die slowenischen Kirchen nicht nur in einer deklariert freundschaftlichen, nachbarschaftlichen Ebene, sondern mit dem Herzen und den Kenntnissen eines Slowenen mit besonderen Erfahrungen betrachtet. Damit werden die historische Bindung und das Versprechen wiederbelebt, das vom Zollfeld, von der ewigen Fürsprache der Heiligen Hemma und vom seligen Bischof Slomšek für das ganze slowenische Volk ausstrahlt. Maria Lichtmess, der Tag der Weihe des Bischofs Jože Marketz, wird somit auch ein allslowenischer Feiertag sein, so Hanzi Tomažič.19
Mit vielen kleinen Hinweisen wurde klar, dass mit Marketz eine neue Bischofsära eingeleitet wird, berichtete Andrea Bergmann in der Kleinen Zeitung von der ersten Pressekonferenz des designierten Bischofs vom 6.12.2019. Marketz sprach dabei auch einige Passagen in Slowenisch und wolle dem Slowenischen einen Gewöhnungseffekt geben. Er werde in seiner Innenstadtwohnung bleiben und nicht ins bischöfliche Palais übersiedeln.20 Andrea Bergmann schilderte die „ Welle der Empörung“, als ein Tweet von Ex-Minister Andrä Rupprechter (ÖVP) im Kurznachrichtendienst Twitter über den designierten Bischof Josef Marketz bekannt wurde: „Die gerechte Strafe Gottes für die Kärntner: ein Slowene als Bischof. Gottes Wege sind tief und unergründlich. Amen“. Der Ex- Minister musste sich dafür entschuldigen. Bergmann desavouierte bei dieser Gelegenheit den Ex-Minister mit dem Hinweis, dass Rupprechter einer der Jagdgäste des damaligen Bischofs Schwarz war und er im EU-Parlament dabei war, als ein Christbaum aus Niederösterreich übergeben wurde. Auch Bischof Alois Schwarz sei dabei gewesen, so Bergmann.21 
Marketz werde ein „verbindender Bischof“ sein, meldete sich auch Bischof Schwarz lobend zu Wort. FPÖ-Chef Gernot Darmann ortet hingegen Bedenken aus der Bevölkerung und sagte, der neue Bischof werde sich das Vertrauen vieler Menschen erst erarbeiten müssen, wofür er ihm Kraft wünsche.22    
Zur Bischofsernennung gab es auch kritische Stimmen. Man werde aus der Kirche austreten, hieß es in einem Leserbrief: „Seit ich denken kann, hat die Kirche immer Slowenen-Politik betrieben. Seit Jahren meide ich, so gut ich kann, den Gottesdienst“.23

Adrian Kert, slowenischer Funktionär, meint zu recht, dass man die Hervorhebung „Kärntner Slowene“ nicht zelebrieren sollte, denn der Bischof sei für alle da.24
Es ist aber der neue Bischof selbst, der seine slowenische Volkszugehörigkeit zelebriert und somit deutschsprachige Katholiken verunsichert. Mit der ständigen Betonung der slowenischen Volkszugehörigkeit wird nachweislich auch deutsches Volksbewusstsein reaktiviert. „Denn sobald Minderheiten nach ethnischen Kriterien zu einer Gruppe zusammengefasst werden, erhebt sich die Frage nach der Ethnizität der Mehrheitsbevölkerung“, gibt die Professorin Sabine Riedel zu bedenken.25

Bischof Gregorij Rožman, ein Vorbild?
Der slowenische Erzbischof Stanislav Zore schlägt dem neuen Bischof von Kärnten vor, den „Landsmann und Laibacher Bischof Gregorij Rožman als Vorbild“ zu nehmen.26 Rožman war bekanntlich ein äußerst nationalbewusster Kärntner Slowene und zog nach der aus seiner Sicht verlorenen Kärntner Volksabstimmung 1920 nach Slowenien. Er war als Laibacher Bischof aber davon überzeugt, dass der Kommunismus ein noch größeres Übel darstelle als der Nazismus und Faschismus. Um sein Leben zu retten, musste er nach dem Krieg vor den Tito-Partisanen (zurück) nach Kärnten flüchten und lebte einige Zeit in Klagenfurt im bischöflichen Palais.27 Bei einem Gedenkgottesdienst zu Ehren des Bischofs Rožman am 16.11.2019 in Laibach erinnerte Erzbischof Zore daran, dass Rožman wegen der Kommunisten ein schweres Kreuz zu tragen hatte.28 Zore unterstützt auch die Petition, womit die Rehabilitation der Priester, die aus ideologischen Gründen unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg verurteilt worden sind, gefordert wird. Die Historikerin Griesser-Pečar schilderte nämlich das Schicksal von 840 Priestern, die in der Zeit des kommunistischen Terrors zu Gefängnisstrafen oder zum Tode verurteilt und unmenschlich gefoltert worden seien.29 
Der Hinweis auf den Partisanengegner Rožman dürfte ein Wink mit dem Zaunpfahl gewesen sein. Während die Kirche in Slowenien mit dem Partisanenverband in Konflikte verwickelt ist, pflegt Marketz zum Partisanenverband in Kärnten eine kooperative Beziehung. Für die Partisanenverbände war Bischof Rožman jedoch ein übler Kollaborateur. Marketz konnte auch Bischof Alois Schwarz dazu bewegen, am 28.2.2016 an einer Gedenkveranstaltung des Kärntner Partisanenverbandes in Tschermernitzen teilzunehmen. Der damalige Kärntner Bischof wurde dabei von den Priestern Jože Marketz und Jurij Buch begleitet.30 
Die Rolle der Slowenischen Landeswehr (Slovensko domobranstvo, domobranci) im Zweiten Weltkrieg ist noch immer ein Streitthema insbesondere zwischen der katholischen Kirche und den Partisanenverbänden in Slowenien, aber auch in Kärnten.31 Eine diesbezügliche klare Stellungnahme des neuen Bischofs ist nicht bekannt. (Hinweis: Am Ende des 2. Weltkrieges verließen fast 300 Priester und Ordensleute Slowenien. Einige Priester wurden außergerichtlich getötet, andere für einige Zeit eingekerkert. 429 Priester wurden bis zum Jahre 1961 vor Gericht gestellt, davon erhielten 339 Haftstrafen. 10 Priester wurden zum Tode verurteilt, 4 Todesurteile wurden tatsächlich vollstreckt. Bischof Anton Vouk war beispielsweise das Ziel mehrerer Attentate: Am 20.1.1952 wurde in Novo Mesto ein Brandanschlag auf den Bischof verübt. Das bischöfliche Verfahren für seine Seligsprechung wurde am 12.10.2007 in Laibach abgeschlossen.32)
In seiner Studienzeit in Slowenien wurde Marketz vom slowenischen Geheimdienst kontaktiert. „Marketz Jože, rojen: 30/07/55“ (Marketz Josef, geboren: 30/07/55) scheint in der Liste des slowenischen Geheimdienstes UDBA auf, die mehrere Jahre im Internet abrufbar war. Nähere Informationen sind vom Staatsarchiv Sloweniens erhältlich. Es ist davon auszugehen, dass Marketz observiert worden ist. In diesem Zusammenhang ist in Erinnerung zu rufen, dass Jože Marketz im Jahre 2009 unter Bezugnahme auf eine Artikelserie in der Kleinen Zeitung die Nennung von Personen, die in der bekannten UDBA-Liste enthalten waren, kritisierte. Es werden darunter auch slowenische Priester als Mitarbeiter oder Informanten von Geheimdiensten genannt, ohne dafür konkrete Quellen anzuführen, so Marketz.33

Jože Marketz als Volksgruppentheoretiker
Marketz beschäftigte sich mit der Volksgruppentheorie auch wissenschaftlich. Im Zentrum seines Studiums stand die Pastorale im zweisprachigen Gebiet.
Bereits vor Studienbeginn im Jahre 1989 vertrat Marketz diesbezüglich klare Positionen. Es fehle laut Marketz eine grundlegende Strategie, die Synode des Jahres 1972 sei ihm zu wenig. Auf die Feststellung, dass er sich stark für das Nationalbewusstsein (narodna zavest) einsetze und die Frage, wie man dies theologisch begründen könne, antwortete Marketz: „Zunächst muss ich wie Jesus wirken: verkündigen. (…) Das andere ist aber, dass ich als slowenischer Priester noch immer ein bedeutender sozialer und politischer Faktor bin. Deshalb ist es für mich wichtig und klar, dass ich mich auf die Seite der Slowenen stelle, ihnen ohne ein schlechtes Gewissen den Vorrang gebe und versuche, die Deutschsprachigen für eine Kooperation zu Gunsten des slowenischen Volkes zu gewinnen. Das ist für mich eine Folge des Evangeliums, denn Jesus stand immer auf der Seite des Schwächeren. Ziemlich viel schöpfe ich aus der Befreiungstheologie, die die Reichen nur insoweit berücksichtigt, als sie bereit sind, für die Armen einzutreten. Für mich bedeutet es, dass ich mit den Deutschen nur insofern kooperiere, als sie bereit sind, mit mir für die Slowenen zu arbeiten. Das erscheint ziemlich theoretisch, aber in Wahrheit ist es nicht so hart. Wer die Slowenen anfeindet, schließt sich selbst aus der Gemeinschaft aus. Dasselbe gilt auch für Slowenen, aber das ist ein kleineres Problem. (…) Wenn jemand jeden Sonntag zur Messe geht, aber das Slowenische nicht mag, dann ist etwas nicht in Ordnung. Wir haben die Pflicht, dass wir andere darauf aufmerksam machen, dass sie die Feindschaft aus dem Herzen löschen“.34  

Um das nationale Verständnis des neuen Bischofs offen zu legen, muss auf seine Forschungsergebnisse näher eingegangen werden. Seine Dissertation hat den Titel „Interkulturelle Verständigung im christlichen Kontext“, konkret geht es dabei jedoch um das Zusammenleben „der slowenischen und deutschen Volksgruppe“, so der Untertitel, also um eine klare völkisch-nationale Themenstellung.35 
Nachstehend einige Aspekte aus der Dissertation:
In sprachlichen Randgebieten fehle ein Konzept, um auch die „Nur-Deutschsprachigen“, die meist Zuwanderer sind, in die Gemeinde zu integrieren. In sechs Pfarren gebe es nur die slowenische Gottesdienstsprache. Es handle sich um kleine Pfarren, in denen alle Gottesdienstbesucher die slowenische Sprache zumindest im Dialekt beherrschen (S. 42).36 
In nahezu der Hälfte aller Pfarren werden die Lieder in slowenischer Sprache gesungen. Das käme davon, dass viele Leute, die der slowenischen Sprache mit Vorbehalten gegenüberstehen, das slowenische Lied viel mehr liebten als die slowenische Sprache. Außerdem fiele ihnen eine Umstellung auf die „einstimmigen und vergleichsweise hart und fremd empfundenen Lieder aus dem Gotteslob besonders schwer“ (S. 44).
Anton Slomšek, 1848 zum Fürstbischof ernannt, habe als Erster den nationalen Gedanken sehr eng mit dem christlichen Glauben verknüpft und durch seine Lehre viele Generationen von Slowenen, insbesondere slowenischen Priestern, nachhaltig beeinflusst. Heute werde er von allen Slowenen als Heiliger verehrt (S. 83).
Trotz der Option des slowenischen Klerus für Jugoslawien stimmte die Mehrheit der Südkärntner am 10.10.1920 für Österreich, was die Geistlichen, zwar enttäuscht, aber doch zur Kenntnis nahmen.37 Es gab im slowenischen Klerus einige wenige Ausnahmen, beispielsweise den Sekretär der Hermagoras-Bruderschaft Valentin Podgorc, der einen klaren pro-österreichischen Standpunkt bezogen hat
(S. 103). Als Folge der Ereignisse verließen 28 Priester die Diözese, darunter die beiden Theologieprofessoren Lambert Ehrlich38 und Gregorij Rožman, der spätere Bischof von Ljubljana. Die meisten fanden in den Diözesen Maribor und Ljubljana Aufnahme (S. 104).
Die slowenische Volksgruppe erwarte von der slowenischen Regierung „eine engagierte Schutzmachtpolitik“ (S. 119).
Nur die lokale Kirche sei immer an der Stelle der Slowenen gewesen, teilte ihr Leid und setzte sich engagiert und wirksam für deren soziale, politische und kulturelle Gleichstellung ein (S. 125).
Die Beschlüsse der Kärntner Diözesansynode 1971-1972 mit dem Titel: „Das Zusammenleben der Deutschen und Slowenen in der Kirche Kärntens“ seien nicht nur deshalb schwer umzusetzen, weil das Anteilsverhältnis der Volksgruppen von Gemeinde zu Gemeinde verschieden ist, sondern auch deshalb, weil man die ethnische Identität der in Kärnten lebenden Menschen, mit „Deutschen“ und „Slowenen“ nur sehr ungenau erfasst habe. Die „herrschende“ Theorie gehe aber von einer solchen Einteilung der ethnischen Identität aus, meint Marketz (S.135). Es habe sich gezeigt, dass die in der Diözesansynode vorgenommene Aufteilung der Südkärntner in Deutsche und Slowenen unzureichend ist, als dritte Gruppe werden die Zwischenpositionellen eingeführt. Für die Kirche sei es ungemein wichtig, dass sie auf diese starke Gruppe der Zwischenpositionellen ohne Vorurteile zugeht. Denn der Schlüssel zur Lösung bzw. zum richtigen Umgang mit dem Volksgruppenkonflikt dürfte gerade bei dieser Gruppe „mit ihrer diffusen ethnischen Identität“ liegen (S. 140).39 In einer eigenartigen Situation befänden sich die „sog. Windischen“, die von deutscher Seite deutschfreundliche Slowenen genannt und von den Slowenen als Verräter an ihrer eigenen Kultur gesehen werden. Sie seien als Volksgruppe ein künstliches Produkt und daher „geschichtslos“. Von beiden Seiten werden sie vereinnahmt und zugleich abgelehnt, sodass ihre psychosoziale Position wohl als die schwierigste in der Region angesehen werden könne (S. 126).
Obwohl der Widerstand in Kärnten gegen diese Art von Volksabstimmungsfeiern 1920 und deren Unterstützung von Land und Bund wachse, gelang es bisher nicht, die verantwortlichen Heimatverbände zu einer Neuorientierung zu bewegen. Es liege wohl in ihrem Interesse, dass auch heute noch stereotyp ein Slowene zum „potentiellen Landesverräter“, ein Deutschsprachiger zum „Sieger“ und der Zwischenpositionelle zum besonders löblichen Heimattreuen vorverurteilt wird. Auch die offizielle Kirche müsse sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie zu wenig auf die eindeutig negative Zielsetzung der Feiern hinweist und nicht vehement genug zu Alternativen auffordert, so Marketz. Die Katoliška Mladina (Katholische Jugend) habe im Jahre 1990 den Bischof zum Boykott aufgefordert, „allerdings ohne Erfolg“(S. 158).
Fanatiker und Extremisten werden Slowenen genannt, die sich mit „erlaubten politischen Mitteln“ um den Weiterbestand der Volksgruppe und ihrer Sprache bemühten.40 Das täten auch die meisten slowenischen Priester, die deswegen von vielen „völlig undifferenziert“ mit solchen Stereotypen abgestempelt werden. Die Steigerung von „nemčur“ (Deutschtümler) sei in den Augen der Slowenen der Heimatdienstler, der aber schon als Feindbild erscheint (S. 159).
Der Begriff Minderheit sei in der deutschen Sprache negativ besetzt, deswegen verwenden immer mehr den Begriff „Volksgruppe“ anstelle von ethnischer Minderheit. Marketz beruft sich dabei insbesondere auf Theodor Veiter (S. 180). Unter dem Titel „Person und Volksgemeinschaft (sic!) in kirchlichem Lehramt und Theologie“, ist der Autor bemüht, die „Volksgemeinschaft“ als Entfaltungsort menschlicher Kultur darzustellen (S. 213, 228). Der verantwortungsbewusste Nationalismus habe nichts mit Nationalismus zu tun. Marketz zitiert dazu den slowenischen Amtskollegen Anton Stres; dieser interpretiere den verantwortungsbewussten Nationalismus als: „Liebe zum eigenen Volk, die den Menschen hilft, für die nationalen Werte einzustehen, sich für den Fortschritt des eigenen Volkes einzusetzen und sie bereit macht, dafür auch Opfer zu bringen. Tatsächlich geht es bei dem, was die Bischöfe verantwortungsvollen Nationalismus nennen, um etwas, was wir Patriotismus oder Liebe zur Heimat nennen“ (S. 240).
Eine gegenseitige Integration bedeute, dass ideale Voraussetzungen für ein solches geschwisterliches Miteinander erst dann gegeben wären, wenn in Südkärnten jeder die Sprache des anderen zumindest passiv verstehen würde. Bei der slowenischen Volksgruppe und der Mehrzahl der Zwischenpositionellen sei dies schon der Fall. Die Angehörigen der deutschen Volksgruppe sollten mehr dazu ermuntert werden (S. 274).41
Die Kirche Kärntens (…) wird eine eindeutige Option gegen die Assimilationstendenzen in der eigenen Gemeinschaft treffen und ebenso vehement gegen die gesellschaftliche Assimilationspolitik auftreten müssen. Von Assimilationspolitik spricht man, wenn die „Mehrheitsgesellschaft“ eine Politik der Anpassung der „Minderheitengesellschaft“ an die eigene betreibt (S. 278). Es sei zudem übereinstimmende Meinung der psychologischen Forschung, dass sich die Assimilation negativ auf die Psyche des Menschen auswirkt und darüber hinaus Konflikte mit anderen schafft (S. 279).
Keine pastorale Maßnahme dürfe die Lebenschancen der slowenischen Volksgruppe mindern. Das entscheidende Kriterium werde die Frage sein, wie die Minderheit durch besondere Förderung in ihren Lebenschancen der Mehrheit gleichgestellt wird (S. 283).
Für den Vertreter der slowenischen Gläubigen soll eine Ordinariatskanzlei eingerichtet werden, die die Anliegen der Slowenen wirksam vertritt (S. 285).
Im gemischtsprachigen Raum der Diözese, zu dem alle 77 zweisprachigen Pfarren zu zählen seien, ist die slowenische Sprache der deutschen gleichberechtigt. In der Regel sollten also alle kirchlichen Amtsträger und Angestellten zweisprachig sein, außer ihr Amtsbereich ist nur auf deutschsprachige Gläubige beschränkt (S. 287).
Im Pfarrgemeinderat sollte bei den Sitzungen mehr auf konsequente Zweisprachigkeit geachtet werden (S. 290).
Gerade die Kirche sollte Kindern und Jugendlichen Raum bzw. Gruppen bieten, wo sie ihre „ethnisch-kulturelle Identität“ ausbilden können. Im Firmunterricht sollte eine inhaltliche Einheit dem Volksgruppenproblem gewidmet sein (S. 291).
Den Partnern von angehenden Mischehen soll im Rahmen der Ehevorbereitung die Möglichkeit angeboten werden, mit einem „Dritten“ bzw. einem sprachlich gemischten Ehepaar ihre Position abzuklären und die Praxis der zukünftigen Familie bezüglich des Sprachgebrauches zu vereinbaren (S. 292).
Diese und andere nationalen Ansichten werden vom Bischof Marketz in seiner Dissertation vertreten.
Im Jahre 2007 hielt Jože Marketz im Rahmen des Europäischen Volksgruppenkongresses einen Vortrag zum Thema: Ich denke, wenn du etwas Glauben hast, wirst du deine Muttersprache bewahren…Glaube, Kirche und ethnische Identität in der slowenischen Volksgruppe in Kärnten.42
Viele Gläubige, vor allem ältere Menschen denken bis heute so: Ich denke, wenn du etwas Glauben hast, wirst du deine Muttersprache bewahren. Mit Nachdruck hätten laut Marketz auch die Priester die Meinung vertreten, dass ein Mensch, der seine Beziehung „zu Volk und Muttersprache“ verliert, zwangsläufig auch seinen Glauben verliert. Das hätte einen maßgeblichen Einfluss auf die Kindererziehung gehabt.
 Dazu komme in der katholischen Kirche die immer noch verbreitete Überzeugung aus dem 19. Jahrhundert, die in Sprache, Nationalität und Religion die wichtigsten Säulen menschlicher Identität sieht. Den Slowenen seien diese Faktoren, die angeblich untrennbar miteinander verbunden sind, seit Cankar unter der Trias „Mutter-Heimat-Gott“ gut bekannt, wobei zumindest in Kärnten die Muttersprache als Synonym für die Mutter gesehen wird (S. 129). Die Kirche in Kärnten verfolge konsequent den Weg, den slowenischen Gläubigen eine „gesunde“ menschliche Entwicklung zu ermöglichen, indem sie den zweisprachigen Pfarren „eigene Strukturen“ zugesteht und sie mit der nötigen sprachlichen Kompetenz ausstattet (S. 132). Die 70 offiziell zweisprachigen Pfarren werden in kirchlichen Verzeichnissen mit beiden Namen angeführt. Noch wichtiger sei es aber, dass in pastoral-organisatorischer Hinsicht für sie die slowenische Abteilung des Seelsorgeamtes mit dem slowenischen Arbeitsausschuss der Katholischen Aktion zuständig ist, und zwar für die „slowenisch- und deutschsprachigen Katholiken des gesamten Bereiches“. Die Diözese finanziere die slowenische Kirchenzeitung „Nedelja“ (neben einer Familienbeilage gebe es dort monatlich eine Kulturbeilage mit originären Texten einheimischer Autoren) und andere slowenische und zweisprachige Publikationen. So sei die slowenische Sprache ein selbstverständlicher Teil der kirchlichen Tätigkeit und stärke auf diese Weise „die ethnisch-kulturelle Identität“ der slowenischen Gläubigen (S. 134, 135).
Von den slowenisch sprechenden Gläubigen werde ein doppeltes kraftvolles Bewusstsein gefordert, das sie vor allen bezeugen müssen: ihren Glauben und ihre „ethnisch-kulturelle Identität. Mit beiden Zeugnissen stoßen sie häufig auf Spott und Gegnerschaft“, so Marketz (S. 136).

Bischof Marketz in einem Interview mit RTV-Slowenien am 29.12.2019: „Wir in Kärnten stehen stärker unter dem Einfluss der deutschen Religiosität. Die deutsche Religiosität ist sehr rationell während die Slowenen aus der Emotion heraus singen und beten. Ich meine, dass meine slowenische Religiosität, wenn ich sie in mir trage, auf die übrigen Kärntner, die verstandesmäßig gläubig sind, einen guten Einfluss ausüben wird“.43 Damit dürfte vom Kärntner Bischof die „slowenische“ Religiosität höher bewertet werden als die „deutsche“.44

Einige Anmerkungen zur Volksgruppentheorie des Dissertanten Marketz
Die christliche Nächstenliebe stand nicht in Zentrum der theologisch-ethnischen Abhandlungen, sie ließe sich mit der kollektiven Volksgruppentheorie äußerst schwer vereinbaren. Unverständlich ist, dass Marketz unreflektiert den belasteten  Begriff „Volksgemeinschaft“ verwendet. Damit folgt er der slowenischnationalen Praxis, die die „Volksgruppe“ im Slowenischen generell als Volksgemeinschaft („narodna skupnost“) bezeichnet. Es wird somit ignoriert, dass im völkischen Lager „Volksgemeinschaft“ primär als ein „rassenbiologisch verstandenes Synonym für die Idee einer arisch-germanischen Abstammungsgemeinschaft“ firmierte.45 Die Verwendung des Begriffes Volksgemeinschaft wird im politischen Alltag daher heftig kritisiert.
Der Dissertant Marketz erkannte zu recht, dass die Synode des Jahres 1972 mit den Begriffen „Deutsche“ und „Slowenen“ nicht alle Gläubigen erfasste. Mit den „Zwischenpositionellen“ sollten wohl die Windischen Erwähnung finden. In der Dissertation wird aber übersehen, dass auch auch viele junge Slowenischsprachige laut wissenschaftlichen Untersuchungen ein slowenischnationales Bekenntnis ablehnen. Die überwiegende Mehrheit der Deutschsprachigen bekennt sich nicht als „Deutsche“ und akzeptiert somit nicht (mehr) die Zugehörigkeit zum deutschen Volk und zum Mutterland Deutschland. Nicht nur aus slowenischer, sondern auch aus deutschnationaler Sicht wird den slowenisch- und deutschsprachigen „Zwischenpositionellen“ eine „diffuse ethnische Identität“ zum Vorwurf gemacht. Die Existenz einer ethnischen österreichischen Nation wird nicht thematisert. Die Nationalen argumentieren nach demselben Muster, allerdings aus unterschiedlicher sprachlich-kultureller Position. Marketz beruft sich bezeichnenderweise sowohl auf den betont deutschnationalen Volksgruppentheoretiker Theodor Veiter als auch auf den slowenischbewussten Bischof Anton Stres.
Die Kirche werde nach Ansicht des neuen Bischofs (s.o.) vehement gegen die Assimilationspolitik auftreten, die Assimilation wirke sich auch auf die Psyche negativ aus. In der Kärntner slowenischen Kirchenzeitung „Nedelja“ werden hingegen Personen, die die slowenische Sprache erlernten und sich nun zum Slowenentum bekennen, lobend hervorgehoben.46 Bekanntlich werden auch zahlreiche deutschsprachige Absolventen des Slowenischen Gymnasiums zu nationalbewussten Slowenen. Gegen die Assimilation zum Slowenentum ist die Kirche bislang nicht vehement aufgetreten.
Marketz ist der Ansicht, dass man die Zwischenpositionellen bzw. die „nicht-bewussten“ Slowenischsprachigen am ehesten mittels zweisprachiger Kulturveranstaltungen und zweisprachiger Messen ansprechen könne: „Ich hoffe, dass sie selbst spüren werden, in welcher Sprache sie von den Liedern und Gebeten tiefer berührt werden und sie zu einer klaren Festlegung des Volksbewusstseins gelangen“.47  Bischofsreferent Tonč Rosenzopf-Jank wird auch für die Komunikation in der slowenischen Sprache Sorge tragen.48 
Die Phase der Entnationalisierung, als man nach der letzten Sprachenseele gegriffen hat, sei mit dem neuen Bischof unterbrochen worden, wird in der Kirchenzeitung „Nedelja“ bemerkt49 und damit zum Ausdruck gebracht, dass man vom neuen Bischof einen großen nationalpolitischen Einfluss erwartet.

Im Gegensatz dazu warnt der renommierte Politiloge Samuel Salzborn in seiner Dissertation vor einer Ethnisierung der Politik. Demnach sollen aus der Sicht der Volksgruppentheorie ethnopolitische Konflikte durch die Umsetzung eines antiliberalen und antibürgerlichen Konzepts ethnischer Fundierung mit gruppenrechtlichem Ansatz gelöst werden. Entgegen des individuellen Schutzes der Menschen vor Diskriminierung werde somit in der Volksgruppentheorie ein kollektivrechtliches System mit politischen Sonderrechten für völkisch definierte Gruppen  befürwortet. Das Ziel der Volksgruppentheorie sei nicht eine Überwindung historisch bedingter Ungleichheit, sondern die Segregation nach ethnisch-völkischen, sprachlichen, kulturellen und bisweilen auch rassischen Kriterien. Salzborn geht davon aus, dass mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus das Eldorado der Volksgruppentheorie begann und zitiert aus einer zeitgenössischen Dissertation aus der Mitte der 1930er Jahre: „Während im Mittelpunkt des Minderheitenrechtes das Individuum und der Schutz seiner geheiligten und unveräußerlichen Rechte steht, dreht sich das nationalsozialistische Denken ausschließlich um die Volksgemeinschaft und begreift das Individuum nur als Glied einer solchen (…) Während das Minderheitenrecht, in liberal-demokratischer Denkweise befangen, einen Ausgleich gegenüber der Mehrheit schaffen will, geht der Nationalsozialismus von dem ursprünglichen Tatbestand, dem Volke und seinen Rechten aus und erkennt die organische Gleichberechtigung der Völker an. Er spricht nicht mehr von Minderheiten, sondern von Volksgruppen und bringt damit auch äußerlich seine andere Einstellung zum Ausdruck“.50
In diesem Zusammenhang ist zu bedenken, dass der slowenische Bischof Anton Stres bemängelt, dass noch immer kein verbindliches internationales Dokument existiere, welches klar und unmissverständlich die Kollektivrechte der Minderheiten definiert. Klassische Menschenrechte und die demokratische Gesellschaftsordnung garantieren noch nicht einen wirksamen Schutz der nationalen Minderheiten. Der Grund sei einfach: die klassischen Menschenrechte sind Individualrechte. Träger der Rechte ist der Mensch als Individuum. Deshalb müsse man Gruppenrechte festlegen, deren Träger eine nationale Gemeinschaft oder Minderheit ist.51 
Die theoretische Position des slowenischen Bischofs und seiner slowenischen Mitbrüder entspricht also dem nationalsozialistischen, kollektiven Volksgruppenverständnis. 

Slowenischer Sondervikar für Kärnten gefordert
In den 1970er Jahren wurden die Bischöfe Sloweniens von den beiden Obmännern der damaligen slowenischen Zentralorganisationen (Dr. Matevž Grilc, Dr. Franci Zwitter) um Entsendung eines „Sondervikars“ nach Kärnten gebeten. Die Slowenenfunktionäre wünschten, dass die Theologen mindestens ein Jahr in Laibach studieren können.52 Jože Marketz nahm dieses Angebot in Anspruch.
Ein Sondervikar (Generalvikar) wurde vor der Volksabstimmung 1920, nämlich der Eberndorfer Probst Mathias (Matija) Randl, für die Zone A eingesetzt. Gegen seine pro-jugoslawische Agitation erhob der damalige Kärntner Bischof Adam Hefter scharfen Protest.53 Gregorij Rožman, der nun dem Kärntner Bischof als Vorbild empfohlen wird (s.o.), fungierte als Rechtsberater des Sondervikars.54
Eine Entmachtung des Kärntner Bischofs wurde im Jahre 2004 versucht, indem sich der slowenische Weihbischof Alois Urank auch für die Slowenen jenseits der Grenze für zuständig erklärte und in dieser Mission Kärnten besuchte.55 Jože Marketz wünschte mit der Bestellung zum Bischofsvikar im Jahre 2009, als „slowenischer Bischofsvikar“ auftreten zu dürfen. Der Bischof (Alois Schwarz) habe ihm dies zugesichert, das bedeutet, dass er genügend oft den Bischof in slowenischen Gremien und Strukturen zu vertreten habe. Das Interesse für die politischen und kulturellen Verhältnisse in der slowenischen Volksgemeinschaft werde er ganz sicher bewahren, das könne er vorab sagen.56 

In diesem Sinne freuten sich die slowenischen Organisationen über die Bischofsernennung von Jože Marketz. Der Rat der Kärntner Slowenen (NSKS, Obmann: Valentin Inzko) gratulierte mit den Worten: „In der 70-jährigen Geschichte des christlich orientierten NSKS wurden jahrzehntelang die Anregung und der Wunsch nach einem Kärntner slowenischen Weihbischof oder Bischof wiederholt. Als die slowenische Volksgemeinschaft (narodna skupnost) auf diesen großen Wunsch fast verzichtete, entschied der Heilige Vater anders. Der Heilige Vater ernannte den Angehörigen der slowenischen Volksgemeinschaft zum 66. Bischof der Gurker Diözese“. Es gratulierte auch der Christliche Kulturverband (Obmann: Dechant Janko Krištof) und bot seine Unterstützung an: „Es freut uns außerordentlich, dass unser Landsmann neuer Oberhirte werden wird, der aus unseren Reihen kommt und zu seinem Volk gesandt wird. Jože Marketz hat schon mehrere Jahre die Arbeit des Christlichen Kulturverbandes als Funktionär mitgestaltet und wir dürfen hoffen, dass er weiterhin unsere Bemühungen um die Erhaltung des slowenischen Wortes und der Kultur im Lande unterstützen wird“. 57 Im Sinne dieser nationalen Logik könnten sich nun Deutschnationale einen deutschbewussten Bischof wünschen!?

Die Kirche gibt für die parallelen slowenischen Strukturen rund 1 Million Euro aus.58 Um den slowenischen Gläubigen „eine gesunde menschliche Entwicklung zu ermöglichen (s.o.), wurde beispielsweise also auch eine separate Abteilung des Seelsorgeamtes, neben einem „deutschen“ Seelsorgeamt, eingerichtet. Hinweis: In Kärnten lebten derzeit 86. 000 Menschen in Armut oder an der Armutsgrenze. Was sei für diese Leute unbedingt notwendig?, wurde der neue Bischof gefragt.59 
Vergleiche: In der Diözese Bozen-Brixen ist man bemüht, die italienischen und deutschen Pfarrgemeinderäte  und kirchliche Leitungsstrukturen zu vereinen. Damit die Zusammenlegung so schnell wie möglich gelingt, wurde von der Diözese eine Arbeitsgruppe eingesetzt.60

Christliche Friedensbotschaft und nationale Abgrenzung sind unvereinbar
Unter diesem Titel veröffentlichte ich im Jahre 2010 einen Aufsatz mit dem Resümee, dass christliche Nächstenliebe und Feindesliebe mit einem völkisch-nationales Lagerdenken unvereinbar sind.61
Ich begründete es u.a. mit Enzyklika „Deus caritas est“! Darin wird in Anlehnung an das Gleichnis vom barmherzigen Samariter klargestellt: „Während der Begriff Nächster bisher wesentlich auf den Volksgenossen und den im Land Israel ansässig gewordenen Fremden, also auf die Solidargemeinschaft des Landes und Volkes bezogen war, wird die Grenze nun weggenommen: Jeder, der mich braucht und dem ich helfen kann, ist mein Nächster. Der Begriff Nächster wird universalisiert und bleibt doch konkret. (…) Die Kirche kann nicht und darf nicht den politischen Kampf an sich reißen, um die möglichst gerechte Gesellschaft zu verwirklichen. (…) So überwindet die Sorge für den Nächsten die Grenzen nationaler Gemeinschaften und ist bestrebt, ihre Horizonte auf die ganze Welt auszuweiten. Das christliche Liebeshandeln muss unabhängig sein von Parteien und Ideologien“. Das nationalpolitische Engagement des Bischofs dürfte also der Botschaft der Enzyklika nicht entsprechen.
Auch der polnische Papst Johannes Paul II., eine Hoffnung der Nationalen, konstatierte eine fortschreitende Überwindung ausschließlich nationalistischer Kategorien bei der Bestimmung der eigenen Identität. Dies sei ein starker Impuls zur Vereinigung Europas. In seiner Botschaft zum Weltfriedenstag am 1.1.2001 sprach er vom Ideal einer wahrhaft universellen Brüderlichkeit und von einer Überwindung jeglichen ethnozentrischen Egoismus.62 
Die Amtskirche zog sich bereits seit 1945 aus der Politik zurück. Sollte dies nicht insbesondere für die feindselige völkisch-nationale Politik gelten? Wie ist es möglich, dass von Repräsentanten der Kirche und in der Kirchenzeitung „Nedelja“ die Kärntner Konsensgruppe strikt abgelehnt wird?
Sogar unser neuer Bischof ließ sich in jüngeren Jahren zu parteipolitischen Äußerungen hinreißen und meinte zu den Kärntner Landtagswahlen im Jahre 2009 in der slowenischen Kirchenzeitung: „Ich gestehe, dass es mir nicht gut ging, als ich von den Wahlergebnissen Kenntnis erlangte. Der erste Reflex war, dass ich gleich außerhalb dieses Landes bleiben sollte. (…) Nunmehr, nachdem die letzten Bürgermeister gewählt worden sind, – mit einer angenehmen Überraschung in Eisenkappel – begann in unseren Pfarren wieder der Alltag und die Suche nach einem für alle nützlichen Miteinander“.63 Mit Hinweis auf seine Dissertation erläuterte Marketz, dass es drei Typen von Slowenen gäbe: „Jene, die sich ihres Slowenentums sehr bewusst sind. Diese befinden sich noch heute in dieser Position und sind, wie wir gelegentlich sagen, die „slowenische Elite“. Die zweite Gruppe sind jene, die gegen uns eingestellt sind. Ich habe das Gefühl, dass es davon immer weniger gibt, es gibt sehr wenige davon. Die bedeutendste Feststellung dieser wissenschaftlichen Arbeit (…) aber waren die „Zwischenslowenen“. Diese haben wir noch heute und diesen können wir helfen“.64 
Mit dem Terminus „slowenische Elite“ dürfte der neue Bischof eine betont ethnozentrische Position bezogen haben. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, welches Ziel mit der angebotenen Hilfe für die „Zwischenslowenen“ (gemeint sind offensichtlich die Kärntner Windischen65 und jene, meist jüngeren Slowenischsprachigen, die das slowenische Nationalbewusstsein für überholt halten)  erreicht werden soll. Noch größer ist aber die Zahl der „Zwischendeutschen“, also jener Deutschsprachigen, denen das deutsche Nationalbewusstsein fehlt. Es darf und kann in Hinkunft nicht Aufgabe der Kärntner Kirche sein, völkisch-nationale Orientierungen der Gläubigen zu stärken.66
Die Kärntner wollen weder slowenisiert, noch germanisiert werden.   

Deus caritas est
Bischof Jože Marketz wählte „Deus caritas est“ (Gott ist die Liebe) zu seinem Leitspruch.
Die Enzyklika zu diesem Thema ist zehn Jahre nach der volksgruppentheoretischen Dissertation unseres Bischofs im Jahre 2005 von Papst Benedikt XVI veröffentlicht worden: „In einer Welt, in der mit dem Namen Gottes bisweilen die Rache oder gar die Pflicht zu Hass und Gewalt verbunden wird, ist dies eine Botschaft von hoher Aktualität und von ganz praktischer Bedeutung“, so der Papst einleitend. Wie bereits daraus zitiert (s.o.), darf der Begriff „Nächster“ nicht mehr auf den Volksgenossen beschränkt bleiben. Die Behauptung der Gottesliebe werde daher zur Lüge, wenn der Mensch sich dem Nächsten verschließt oder ihn gar hasst. Die Nächstenliebe besteht darin, dass „ich auch den Mitmenschen, den ich zunächst gar nicht mag oder nicht einmal kenne, von Gott her liebe“. Auch die Kirche als Gemeinschaft müsse Liebe üben.67 Papst Franziskus, ein Vorbild unseres Bischofs, propagiert sogar eine „universale Gemeinschaft“. Wir alle bildeten demnach miteinander eine Art universale Familie, eine sublime Gemeinschaft, die uns zu einem heiligen, liebevollen und demütigen Respekt bewegt. Der Papst spricht von einer „universalen Geschwisterlichkeit“.68 
Trennende Volksgruppentheorien stimmen damit nicht überein. Es irritiert daher sehr, dass sich im Wappen des Bischofs  ein rotes Lindenblatt, das die slowenische Linde symbolisiert und an ein Herz erinnert, das wiederum als Symbol der Liebe gilt, befindet. Zur Begrüßung des Bischofs, der „das Lindenblatt, das Symbol des Slowenentums in seinem Wappen hat“, sangen die Konzertbesucher am 8.3.2020 in Klagenfurt das patriotische Lied „Lipa“ (=Linde). Im faschistischen Italien sei dieses Lied verboten gewesen.69 Es wird damit der Eindruck erweckt, dass mit Caritas die Liebe zum eigenen slowenischen Volk gemeint ist. Die Bibel lehrt uns jedoch in diesem Zusammenhang: „Wen ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden“.70 Bischof Marketz müsste demnach eigentlich stärker betonen, dass er sich an den nicht-slowenischen Sprachgebrauch der deutschsprachigen Gläubigen und der Angehörigen neuer Minderheiten und der Migranten gewöhnen will. 
Mit „Deus caritas est“ dürfte es unvereinbar sein, für das Slowenentum (oder Deutschtum) zu arbeiten und damit (weiterhin) nationale Ab- und Ausgrenzungen zu praktizieren. Es geht darum, die „Grenzen nationaler Gemeinschaften“, also das ethnisch-nationale Lagerdenken, zu überwinden. Der Ausstieg aus fundamentalen, kollektiven Volksgruppenkonzepten dürfte dem Gebot der christlichen Nächstenliebe eher entsprechen.71 Bereits im 19. Jahrhundert wurde beispielsweise in Krainer Kirchenkreisen die Ansicht vertreten, dass der Nationalismus einen Widerspruch zum christlichen Universalismus bedeute und das Programm des Vereinigten Slowenien zurückzuweisen sei.72

Viele junge Slowenischsprachige lehnen das polarisierende slowenische Nationalbewusstsein ab. Gelegentlich findet man auch in Kärntner, slowenischen Kirchenreisen kritische Stimmen gegen den Nationalismus. Ein Beispiel: „Deutsche Kindergärten, deutsche Schulen, eine deutsche Handelsakademie usw. sind die Voraussetzungen für eine gesunde Identität und ein gesundes Selbstbewusstsein der Deutschkärntner. Jeder, der das liest, denkt sicher sofort an die Phrasen des KHD, als es um die Trennung der Schulen nach Sprachkriterien gegangen ist. Aber das ist kein Zitat aus ´Der Kärntner`. Ich zitierte vielmehr einen Satz aus dem Beitrag von Hanzi Stricker in der letzten Nedelja. (…) Was bei den Deutschen ein Nationalismus ist, das ist bei uns ein gesundes Selbstbewusstsein, und was bei den Deutschen ein Faschismus ist, das ist bei uns ein Kampf für die Existenz des Volkes. (…) Des weiteren schreibt Hanzej neben vielen anderen Dummheiten, dass uns die Zweisprachigkeit nur schade, vor allem heute, zumal es keinen Slowenen gibt, der die slowenische Staatsbürgerschaft hätte. Das soll also unser Ziel sein – ein slowenischer Staat. Dies demonstriert die (slowenische) Katholische Jugend damit, dass sie zum Treffen nach Polen nicht mit den deutschsprachigen Kärntnern, sondern mit den Jugendlichen aus der Republik Slowenien anreist, denn wir sind ein Volk und vielleicht werden wir einmal auch ein Staat (Ein Volk, ein Reich,…ein Führer?) sein. (…) Obwohl sich Hanzi Stricker und vielleicht noch einige Andere leidenschaftlich die slowenische Staatsbürgerschaft wünschen, wage ich mit Stolz zu sagen (und ich hoffe, nicht nur ich allein), dass meine Heimat Kärnten ist, meine Staatsbürgerschaft eine österreichische ist und ich denke nicht einmal daran, nach Slowenien (nicht zurückzukehren!) auszuwandern“.73
Die klare ethnische Zuordnung ist alles andere als eine christliche Option. Beispielsweise besteht die Ukraine aus sehr vielen verschiedenen Ethnien. Die Jugend wolle aber einen Neubeginn, berichtete der Erzbischof von Kiew im Jahre 2014 im slowenischen Bildungshaus Tainach: „Die Angehörigen von Minderheiten im Land haben bisher gesagt: Ich bin Pole oder ich bin Ungar. In Zukunft sollen sie sagen: Ich bin Ukrainer. Aber längst nicht alle sind schon so weit“.74

 Auch einzelne slowenische Geistliche lehnten das nationale Volksbewusstsein ab: 

  • Bereits im 19. Jahrhundert lehnte der Laibacher Bischof und spätere Kardinal Jakob Missia (1838-1902) den Grundsatz der Volkssouveränität und somit das Programm des Vereinigten Slowenien ab. Er erblickte im Nationalismus einen Widerspruch zum christlichen Universalismus.75 1887 wurde der Deutschkärntner Josef Kahn Gurker Bischof. Von Bischöfen und dem Gurker Domkapitel war allerdings der Laibacher Bischof Jakob Missia an die erste Stelle gereicht worden.76 (Es wurde also seine anti-nationale Haltung gewürdigt.)
     
  • Der slowenische Geistliche Augustin Križaj warb bei der Volksabstimmung 1920 fanatisch für eine Stimmabgabe für Österreich. Das slowenische Nationalbewusstsein sei ein extremer Gegensatz zu den katholischen Grundsätzen. Er musste aus Krain (Guštanj) nach Arnoldstein flüchten.77
     
  • Es wird festgehalten, dass bei der Volksabstimmung 1920 in jenen Orten, in denen Geistliche für den Anschluss an den SHS-Staat agitierten, die Ergebnisse deutlicher zugunsten Österreich ausfielen, so Peter G. Tropper. Der Ferlacher Pfarrer Josef Böhm fasste folgendes Resümee: „Meiner Ansicht nach hätte die Geistlichkeit mehr zum Frieden als zum Kampf rufen sollen, so wären nach jeder Richtung hin viel Leid und Nachteil erspart geblieben. Mancher Priester wird in gutem Glauben gelebt haben, ein nationaler Heros und Märtyrer zu sein und er war vielleicht doch nur das Werkzeug von Kreisen, die dem Priester, wenn er seine ihm suggerierte Arbeit geleistet hat, keinen Dank wissen“.78
  • Die bedeutende slowenische Priesterpersönlichkeit Rudolf Blüml (1898-1966) orientierte sich im Sinne einer universellen katholischen Kirche. Demnach seien religiöse Fragen bedeutender als die nationalen. Sprache sei lediglich ein Mittel der Kommunikation. Für seine Einstellung erntete er von slowenischnationaler Seite Kritik.79

Es besteht die Hoffnung, dass Jože Marketz als Bischof von Kärnten auch dieser nicht-nationalen Orientierung Gehör schenken wird. Anders ausgedrückt: Das völkisch-nationale Lagerdenken muss überwunden werden.
Christliche Nächstenliebe und ethnische Eigenliebe sind unvereinbar!

Nachtrag:
Die Richtlinien in der Dissertation über das Zusammenleben in Kärnten wirkten noch heute, davon ist der Referent des Bischofs Tonč Rosenzopf-Jank überzeugt. Man spüre auch in der katholischen Kirche die veränderte nationale Atmosphäre in Kärnten.80 Die Dissertation des Bischofs über das Zusammenleben der „slowenischen und deutschen Volksgruppe“ bleibt somit weiterhin höchst aktuell.
Die Kirchenzeitung Nedelja widmet sich unter dem neuen Bischof weiterhin slowenisch-nationalen Themen. Herausgeber ist das Slowenische Seelsorgeamt (Janko Krištof); Chefredation: Mateja Rihter. Am 24.5.2020 kritisiert RA Rudi Vouk in einem langen Beitrag (2 Seiten) auch in dieser Zeitung die Umsetzung des Art. 7 des Staatsvertrages 1955. Wenn man den Absatz 5 realisieren würde, „dürfte es den Heimatdienst, die Abwehrkämpfer (sic!) und auch die Haider-FPÖ nicht geben“, so Vouk.81 
Die slowenische Priestergemeinschaft Sodalitas (Leitung: Rektor Jože Kopeinig) agitiert für die Erhaltung der „slowenischen“ Darlehenskassen. Die Slowenen seien „nicht mehr die Herren im eigenen Haus“. Man dürfe die „Säule der slowenischen Existenz nicht um den Preis von Marktinteressen und von Gesetzen der freien Marktwirtschaft aufs Spiel setzen“, so die Argumentation aus slowenischer klerikaler Position.82

Im Rahmen der Carinthija 2020 war aus christlicher Sicht zu erwarten, dass unsere katholische Kirche und ihre Vereinigungen die Themen Versöhnung und Nächstenliebe (deus caritas est) oder wenigstens das gemeinsame Kärnten thematisieren werden. Statt dessen werden egozentrische Veranstaltungen über die Zukunft der Kärntner Slowenen (z.B.: die Hermagoras-Bruderschaft u.a.) öffentlichkeitswirksam propagiert.83 Bei den Konsens- und Versöhnungsbemühungen fehlt die Unterstützung der katholischen Einrichtungen.
Es ist unverständlich, dass die Kärntner Kirche in ihrer slowenischen Wochenzeitung Novice ungeniert für die slowenischnationale Seite Partei ergreift. Ihr Aufgabe läge in einer neutralen, friedensstiftenden Vermittlerrolle. 
Viele Katholiken leiden darunter. Es ist bedauerlich, dass damit auch Kirchenaustritte begründet werden.

 

 

1 Kleine Zeitung, 22.12.2019, S. 24.

2 Adolf Winkler (Leitartikel), Kleine Zeitung, 3.2.2020, S. 7.

3 Kleine Zeitung, 2.2.2020, S. 5 (Andrea Bergmann).

4 Kronen Zeitung, 3.2.2020, S. 12.

5 Novice, 5.10.2018, S. 3.

6 Peterle wird in Slowenien verdächtigt, in der katholischen Kirche für den slowenischen, kommunistischen Geheimdienst UDBA spioniert zu haben. Quellen: Demokracija, 24.11.2016, S. 72; Boštjan M. Turk, Kota 101, S. 368, 571, 588, Ljubljana 2017.

7 Novice, 7.2.2020, S. 5; Nedelja, 9.2.2020, S. 6.

8 volksgruppen.orf.at/slovenci, 16.8.2017

9 Nedelja, 26.1.2017, S. 2.

10 Novice, 7.2.2020, S. 4.

11 volksgruppen.orf.at/slovenci, 3.2.2020; Novice, 7.2.2020, S. 8.

12 Nedelja, 22.9.2019, S. 7.

13 volksgruppen.orf.at/slovenci, Abruf: 10.2.2020.

14 Reporter, 17.2.2020, S. 48-51.

15 Novice, 13.12.2019, S. 3.

16 Dem slowenischen Wissenschaftler ist offensichtlich klar geworden, dass sich viele Angehörige der slowenischen Minderheit nicht mehr in eine Opferrolle drängen lassen.

17 Nedelja, 15.12.2019, S. 2.

18 Novice, 17.1.2020, S. 3; Nedelja, 12.1.2020, S. 4,5.
Die Initiative SKUP wird auch von Personen unterstützt, die verdächtigt werden, als Mitarbeiter des kommunistischen, slowenisch-jugoslawischen Geheimdienstes UDBA gearbeitet zu haben. Die Namen kann man der bekannten Studie „Titos langer Schatten“, Klagenfurt 2015, entnehmen.

19 Družina, Ljubljana, 15.12.2019, S. 5, 10, 11.

20 Kleine Zeitung, 7.12.2019, S. 19-21.

21 Kleine Zeitung, 5.12.2019, S. 22.

22 Kleine Zeitung, 4.12.2019, S. 17.

23 Kleine Zeitung, 8.12.2019, S. 45; Autor: Franz Jamnik.

24 Kleine Zeitung, 6.12.2019, S. 32.

25 Sabine Riedel, Instrumentarien des Minderheitenschutzes in Europa, in: Minderheitenkonflikte in Europa, 2006, S. 255.

26 http://www.druzina.si/ICD/spletnastran.nsf/clanek/cestitka-nadskofa-zoreta-novemu-k…, 3.12.2019.

27 https://www.casnik.si/na-zatozni-klopi-celotna-slovenska-katoliska-cerkev/, 22.11.2019.

28 Demokracija, 21.11.2019, S. 10.

29 Demokracija, 2.1.2020, S. 30.

30 Novice, 4.3.2016, S. 4.

31 Vgl. dazu: Josef Lausegger, Slowenische Landeswehr, in: Archivwissen schafft Geschichte,Klagenfurt, S. 757-769.

32 Blaž Otrin und Anton Štrukelj, Erzbischof Anton Vouk, Verlag Družina, Ljubljana 2008.

33 http://www.nedelja.at/pepilog/detajl/povojni_dogodki/, Nedelja, 29.8.2009; Abruf: 7.9.2009.

34 Nedelja, 1.10.1989, S. 6,7; Interviewerin: Marija Perne.

35 Josef Marketz, Interkulturelle Verständigung im christlichen Kontext. Der Beitrag der Kirche zum Zusammenleben der slowenischen und deutschen Volksgruppe in Kärnten, Klagenfurt, 1994.

36 Da in Kärnten alle Kirchenbesucher Deutsch verstehen, könnte man nach dieser Logik mit der deutschen Sprache das Auslangen finden?

37 Diese Feststellung ist nicht zutreffend: Noch im Jahre 1947 ersuchten rund 50 slowenische Geistliche sogar die (stalinistische) Sowjetunion um den Anschluss Südkärntens an das (kommunistische) Jugoslawien. Das wird in der Dissertation verschwiegen. 

38 Der Priester wurde in Laibach am 26.5.1942 von zwei Agenten des kommunistischen Geheimdienstes erschossen.

39 Vgl.: Josef Lausegger kritisierte die „polarisierende, nationale Trennung der Kärntner Bevölkerung in Deutsche und Slowenen“. Quelle: Leserbrief in der Kirchenzeitung, 24.6.2001. Es antwortete für die Kirche  Mag. Vinko Ošlak (Sekretär des Katholischen Akademikerverbandes, Migrant aus Slowenien): „Es bleibt aber eine Tatsache aus der langen Geschichte, mit der Dr. Lausegger offensichtlich nicht so ganz vertraut zu sein scheint, und ebenso aus unserer Zeit, dass es hier zwei Völker mit verschiedenen Sprachen, mit verschiedenen Kulturen und Kulturüberlieferungen gibt“. Laut Ošlak kann es daher keine „österreichische Nation“ geben. Quelle: Kirchenzeitung, 8.7.2001; 11.6.1989, S. 2.

40 Die Sprengstoffanschläge in den 1970er Jahren erwähnt Marketz nicht.

41 Hinweis: Personen mit deutscher und slowenischer Umgangssprache werden/wurden nach österreichischer Rechtspraxis generell als Angehörige der slowenischen Minderheit gewertet.

42 Kärnten-Dokumentation, Band 24, Klagenfurt, 2008; S. 128-136.

43 Zitiert aus: Laibacher Zeitung, 15.4.2020, S. 5.

44 Heute geht man bereits von einem „Rassismus“ aus, wenn Menschen wegen der Nationalität, Kultur oder der Religion höher- oder minderwertig eingestuft werden. Quelle: Die Presse, 19.6.2020, S. 27.

45 Hitler, Mein Kampf. Eine kritische Edition, München – Berlin, 2016, Herausgeber: Christian Hartmann u.a., Band 1, S. 190.

46 Nedelja, 5.2.2017, Beilage „did“, Feb. 2017.

47 Nedelja, 17.1.1993.

48 Nedelja, 1.3.2020, S. 5.

49 Nedelja, 1.3.2020, Beilage DiD, S. 3; Autor: Hanzi Tomažič.

50 Samuel Salzborn, Ethnisierung der Politik. Theorie und Geschichte des Volksgruppenrechts in Europa, Frankfurt/Main, 2005, S. 15; Samuel Salzborn (Hrsg.) Minderheitenkonflikte in Europa, Innsbruck, 2006, S. 13.

51 Anton Stres, Achtung der Minderheiten-Achtung der Schwächeren, in: Viktor Papež, Katoliška Cerkev o narodnih manjšinah (Die katholische Kirche und die nationalen Minderheiten), Triest, 2003, S. 13-20.

52 Delo, 16.3.1977.

53 Näheres siehe: Peter G. Tropper, Nationalitätenkonflikt, Kulturkampf, Heimatkrieg, Klagenfurt, 2002.

54 Nedelja, 23.12.1979, S. 4,17.

55 Novice, 5.11.2004.

56 Nedelja, 20.9.2009, S. 5.

57 Demokracija, Ljubljana, 12.12.2019, S. 42,43.

58 Nedelja, 1.3.1998.

59 Kleine Zeitung, 25.12.2019, S. 7.

60 Nedelja, 1.12.2019, S. 4.

61 Josef Lausegger, Christliche Friedenspolitik und nationale Abgrenzung sind unvereinbar. Ethnopolitischer Katholizismus in Kärnten?, KLM, Heft 2/2010, S. 4-7.

62 Internet, dbk.de/presse, 13.12.2000.

63 www.Nedelja.at, 17.3.2009; zitiert nach KLM, 2/2010, S. 4-7.

64 Nedelja, 22.12.2019, S. 7.

65 Zur Geschichte der Kärntner Windischen, siehe Josef Lausegger, in: Carinthia I, 2019, S. 697-729.

66 Auch Jesus war und ist kein Slowene und kein Deutscher und hätte aus völkisch-nationaler Sichtweise keinen Platz in der Kärntner Kirche, wo angeblich nur Deutsche und Slowenen lebten. Er stammte sogar aus Galiläa und sprach wahrscheinlich ein „schlampiges Aramäisch“, während in Jerusalem ein klassisches Hebräisch gesprochen worden ist. Jesus bringt also eher das Windischenproblem in Erinnerung.
Vgl.: Wolfgang Sotill, Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?, Kleine Zeitung, 6.4.2020, S. 4,5.

67 Benedikt XVI, Deus caritas est, Citta del Vaticano, 2006, S. 4, 35, 38, 45, 74.
Bischof Marketz bezog sich in seinem ersten Fastenhirtenbrief vom 25.2.2020 wieder ausdrücklich auf diese Enzyklika. Auf den Hinweis, dass der Begriff „Nächster“ nicht (mehr) auf den Volksgenossen beschränkt bleiben darf, wird im Hirtenbrief nicht eingegangen.Quelle:https://www.kath-kirche-kaernten.at/dioezese/detail/C2643/deus-cari…, Abruf: 26.2.2020.

68 Papst Franziskus, Laudato si´, Enzyklika, Citta del Vaticano, 2015, S. 71.

69 Kronen Zeitung, 1.2.2010, S. 25; Nedelja, 9.2.2010, S. 16; Novice, 13.3.2010, S. 12.
Dechant Janko Krištof, Obmann des Christlichen Kulturverbandes, am 8.3.2020 anlässlich der slowenischen Veranstaltung „Koroška poje“ in Klagenfurt: „Die Linde ist ein starkes Symbol des Slowenentums“ (Lipa je močan simbol slovenstva).Quelle: ORF-Sendung „Dober dan Koroška“ am 22.2.2020.

70 Lukas, 5,32.

71 Vgl. dazu:
Josef Lausegger, Regionalismus – eine Alternative zum Nationalismus, in: Kärntner Jahrbuch für Politik, 1995, S. 57-85.
Josef Lausegger, Regionalismus als Barriere gegen den Nationalismus am Beispiel der Arbeitsgemeinschaft Alpen-Adria, in: Kärnten-Dokumentation 2018, Band 34, Klagenfurt, 2018, S. 118-125.
Josef Lausegger, Der Nationalismus bedroht die Europäische Integration, in: KLM, Heft 9/10/2007, S. 7-13.
Josef Lausegger, Wider den Nationalismus. Definition, Argumente, Strategien, in: KLM, Heft 3/4/2010, S. 23-27.

72 Peter Štih, Vasko Simoniti, Peter Vidopivec, Slowenische Geschichte, Graz 2008, S. 281.

73 Nedelja, 17.12.1989, S. 11, Leserbrief von Jozi Wutte, Wien.

74 Kleine Zeitung, 17.8.2014, S. 26.

75 Slowenische Geschichte, S. 281.

76   Christine Tropper, Bulletin, Kärntner Geschichtsverein, erstes Halbjahr 2020, S.45.

77 Avguštin Križaj, Ob 11.uri…, Arnoldstein, im September 1920.

78 Peter G. Tropper, Kärntens katholische Kirche von 1848 bis 1920, in: Bulletin, Geschichtsverein für Kärnten, erstes Halbjahr 2020, S. 42.

79 Novice, 26.10. 2017, S. 14.

80 Novice, 22.5.2020, S. 14

81 Nedelja, 24.5.2020, S. 4,5.

82 Nedelja, 7.6.2020, S. 14.

83 Bischof Marketz nahm am 2.7.2020 persönlich im Hermagoras-Haus in Klagenfurt an einem derartigen Symposion teil. Er sprach wieder von den „beiden Völkern“. Diese Trennung der Kärntner Bevölkerung auf zwei Völker entspricht sowohl der deutschnationalen als auch der slowenischnationalen Überzeugung. Damit wird konkludent die Existenz eines ethnischen österreichischen Volkes negiert. Marketz befürwortete die Errichtung eines Denkmals für Ernst Waldstein und Valentin Inzko, ein Denkmal für (den bedeutendsten Abwehrkämpfer) Hans Steinacher lehnte er bei dieser Gelegenheit ausdrücklich ab. Gegen die Aufstellung von Denkmälern für die slowenischen Kämpfer um die Nordgrenze und die Partisanenkämpfer argumentierte der Bischof nicht. Quelle: https://volksgruppen.orf.at/slovenci/stories/3056082/, 2.7.2020.